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  • Fredi Steiner

Johannes Tauler, Dominikaner Mönch und Mystiker, Schüler von Meister Eckhard, 1300 – 1361.

«Das Pferd macht sein Haufen im Stall, und obgleich dieser Haufen Unsauberkeit und Geruch an sich hat,

so zieht doch dasselbe Pferd diese gesammelten Utensilien mit dem Wagen auf das Feld (wo der Bauer es zerstreut als Dünger).

 Und daraus wächst der edle, schöne Weizen und der edle süsse Wein, der niemals so wüchse, wäre der Mist nicht da.

 Nun, dein Haufen, das ist dein eigenes Bündel, das du mit Selbstreflektion erkennen kannst, trage es mit Fleiss auf den Acker deines Lebensraumes in rechter Gelassenheit deiner selbst.»

 

Es geht darum, mit dem eigenen Bündel nicht voreingenommen und mit Zweifel sich in ein Werk einzulassen. Wenn wir nicht bei uns selbst und somit mutlos sind, fühlen wir uns eingeschränkt in unserem Denken und Handeln.

 

Über Gelassenheit gemäss einer Predigt von Johannes Tauler:

«Gelassenheit ist nicht leicht zu erringen, sie ist gleichbedeutend mit einer inneren Haltung, gelöst von eigenen Konditionierungen und Begehren.»


 Der innere Widerstand zur Gelassenheit kann in der Stille und der Meditation überwunden und aufgelöst werden.

 

Gelassenheit ist nicht Gleichgültigkeit, sondern bewusste, innere Sammlung, sie macht innerlich frei und setzt ungeahnte Energie frei. Wir überwinden unsere gewohnten Zweifel und gewinnen neue Zuversicht.

 

Gelassenheit bedeutet Loslassen von bindenden Vorstellungen über die eigene Fähigkeit, sie ist ein persönlicher Weg des Suchens und Lassens, wir werden fähig, die eigenen Grenzen zu überwinden.

 

Es geht darum, sich seinen eigenen Haufen inneren

«Unrats» wie Gewohnheiten und Prägungen hinter sich zu lassen, um sich weiterzuentwickeln, was zu einem frohen Leben führt.

 
 
  • Fredi Steiner

Unser Leben ist unbewusst eher aufgesetzt, künstlich und mit ständigen Gedanken durchströmt, die uns abwesend von uns machen. Wir verbringen unser Leben eher in Ruhelosigkeit, finden oder wollen keinen Moment der Ruhe, was so zur Gewohnheit wird. Wir sind somit «Gewohnheit», sich daraus zu lösen ist aufreibend.

Innerer Frieden ist kein passiver Zustand, wir leben dabei eben bewusster und können unser wahres Sein und den Moment erfahren und uns weiterentwickeln. Als Mensch empfinden wir Passivität als nutzlos und unproduktiv, weil unser Leben nur äusserlich stattfindet.

Innerer Frieden erfahren, können wir nur im Moment, im wahren Dasein, wo alles in voller Harmonie ist. Vergangenheit, Zukunft, Vorstellungen und Spekulationen sind im inneren Frieden abwesend, wir befinden uns in einem Gleichgewicht ohne Spannungen und Stress.

Mit innerem Frieden nehmen wir unser Leben tiefer wahr und fühlen uns frei. Negative Gedanken nehmen wir dabei so wahr, dass sie unsere Gefühle und Emotionen nicht tangieren, wir lassen solche Gedanken friedvoll los.

 

Indem wir unsere eigene Existenz und unser Sein, sowie die aktuelle Situation gelassen und im Einklang annehmen können, finden wir zu innerer Ruhe und tiefen Frieden.

Wir empfinden kein Defizit, kein Mangel und damit keine negativen Gefühle, wir erfahren Gelassenheit und Gleichmut, wir spüren in uns selbst hinein und fühlen uns in jedem Moment gut aufgehoben, wir sind mit uns selbst versöhnt.

 

 Wir empfinden dabei Liebe zu sich und für die anderen Lebewesen, wir erfahren Dankbarkeit, einfach für das Leben ohne Zutaten. Materielle Güter oder Reichtum und Macht hilft uns nicht dabei, dafür hilft uns die Natur, die Achtsamkeit und die Meditation.

 

Es ist paradox, dass wir uns zu Achtsamkeit und Meditation fast mit einem hohen Willen bewegen müssen, weil wir uns dabei mit uns selbst beschäftigen, was uns schon fast befremdet. Dabei stehen wir uns, gefühlsmässig und aus Gewohnheit selbst im Weg.

 

Es braucht heute sogar Mut, auf sich selbst zuzugehen, obwohl wir damit mit unserem Leben besser umgehen können. Finden wir zu innerer Ruhe und lassen uns einfach in jeden Moment unvoreingenommen ein und fühlen uns von einer natürlichen Kraft getragen, Frieden öffnet sich selbst ohne äussere Faktoren.

 
 
  • Fredi Steiner

Innere Stärke entsteht nicht durch Anstrengung, sondern im Raum hinter dem Denken, in der Stille. In der Stille entstehen tiefe Erkenntnisse jenseits unseres Verstandes. Stille ist ein Hintergrund, der bei allen Menschen existent ist.

 

Je mehr wir uns mit dieser Stille verbinden, verliert die Macht unserer täglichen Zerstreuung und Zwängen an Bedeutung. Im Alltag sind wir latent mit äusserem und innerem Lärm beschäftigt, in Erwartungen, Geschichten, Zweifeln und dem endlosen Werten von Zuständen.

 

Diese Beschäftigungen verbrauchen unsere Energie, wenn wir uns der Stille zuwenden, entsteht Resilienz, die nicht aus dem Tumult kommt, sondern aus dem stillen Sein. Stille müssen wir nicht erzeugen, sie ist stets im Hintergrund präsent.

 

Wir finden und erhalten innere Stärke auch in bewussten Zwischenzuständen im Alltag, wenn wir uns nicht von den stetigen Gedankenspielen verleiten lassen. Gedankenpausen werden so zu einem wertvollen Gut.

Je häufiger wir uns dieser Stille, diesem Raum zuwenden, je mehr trägt uns diese Stille im Alltag, sie macht uns nicht passiv, sie wirkt klärend.

 

Wir lassen uns nicht mehr von Emotionen und Stress leiten, wir können mit einer inneren Ruhe handeln, die wir vorher nicht kannten. Wir finden dabei einen Ort, der unerschütterlich bleibt. Wenn wir die Stille in unser Leben integrieren, verändert sich unsere Welt, nicht spektakulär, aber reiner.

 

Unsere Weisheit entsteht nur aus dem räumlichen und stillen Bewusstsein. Stille formt unsere Achtsamkeit und Präsenz. Wir erkennen, was wir sind, jenseits der kurzlebigen und vergänglichen Persönlichkeit und unserem kurzen Dasein.

 

Man kann Stille nicht tun oder machen, wir können uns nur von unserer Person und unserem Individuum zurücknehmen und sie in uns wirken lassen.

 

In der Natur hat alles seinen eigenen Klang, so hat auch die Stille seinen eigenen Klang, seine eigene Schwingung. Sie hilft, uns von Verstrickungen zu lösen, wir gelangen von einer Zwanghaftigkeit zum Bewusstsein und zur eigenen Seele.

 

Wir müssen aktiv sein, um zu leben und überleben, aber wir leben eher ungesund, weil wir die Stille nicht kennen.

 
 

©2022 ZEN Fredy Steiner

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