- Fredi Steiner
Die Leere ist nicht leer, sie hat auch eine Struktur, sonst würde alles in sich zusammenfallen, sie stabilisiert alles Existierende und hat so eine wichtige Bedeutung.
In der Stille oder der Leere fühlen sich unerfahrene Menschen ohne Substanz und ohne Wert oder sind orientierungslos, sie erkennen dort kein Dasein, was Angst auslösen kann. Daher lenken sich die Menschen stets lieber mit Dingen ab. Stille und Leere spricht unsichere Menschen nicht an.
Spirituelle Leere entspricht gemäss Buddha einem hohen Bewusstheitszustand, gemäss Jesus kann sich Gott in der Leere oder Stille offenbaren. Die spirituelle Leere ist eine wichtige Möglichkeit, zu eigener Tiefe zu finden, die sonst unerreichbar bleibt.
Achtsamkeit entsteht nicht in einem verunreinigten Geist, sie existiert auch nur in der Stille oder Leere.
Volle Bewusstheit ohne ablenkende Gedanken führt uns zu einem heilsamen und nondualen Bewusstheitszustand (Samadhi, Skr.) und zu einem inneren harmonischen und aufbauenden Zustand.
Leere ist formlos, weil wir so konditioniert sind dass wir unsere Identität auf Formen ausrichten, meiden wir die Formlosigkeit. Diese Leere oder Stille ist in unserem Lebensbereich jedoch unbewusst der Hintergrund aller Form und aller Zustände.
Während dem Alltag gibt es stets kürzere oder längere Zwischenzustände, die wir mit dem Gebraucht von Handys oder anderen Ablenkungen überbrücken und dabei abwesend sind, wir können diesen Raum nutzen, um sich kurzzeitig sich selbst zuzuwenden mit Hilfe des Atems, der hilft, uns für einen kurzen Moment in eine ruhige und stabile Phase zu bringen.
Wenn wir uns nach innen richten, entsteht vielleicht ein Eindruck des Alleinseins, es bedeutet aber nicht Verdruss, jeder Mensch kann nur abseits vom Trubel zu seinem eigenen Grund finden, das uns unseren inneren Halt erneuert