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Der eigene, innere Halt bildet die Ressource für die Stabilität der eigenen Existenz. Mit einer tiefen, inneren Haltung erleben wir eine Erfahrung, die über unser Denken, Handeln, den Verstand und unser individuelles Ich hinausgeht.

Unser weltliches Leben gleicht einem Baum mit Stamm, den Ästen, den Blüten und Früchten. Halt gibt dem Baum das Wurzelwerk, das man nicht sieht und ohne dieses der Baum nicht existieren kann. Die Wurzeln sorgen für Verständigung unter den Pflanzen und geben dem Baum den nötigen Halt.

 

Mit Meditation können wir unser Wurzelwerk, das man auch nicht sieht aufbauen, welches unseren inneren Halt sicherstellt für alle Lebenssituationen. Unsere Wurzeln helfen uns auch, dass unser Geist nicht in Schieflage gerät, stabil und ruhig agieren kann, auch ungute Emotionen bringen uns nicht zu Fall. Damit dieses Wurzelwerk Halt findet, brauchen wir einen guten und stabilen Grund, der sich bis zur Unendlichkeit mit allem verbinden kann. Diesen Grund erschaffen wir in der Stille, in ruhigen Momenten, wo wir uns nach innen richten können, in Frieden und Dankbarkeit.

 

Stille kann uns ein Gefühl von Selbstsicherheit geben, in der Stille halten wir uns bereit für etwas Grösseres, das nicht durch unser menschliches Dazutun geschieht.

 

In diesem unbekannten Raum der Stille verändert sich etwas in uns, wir kommen in Resonanz mit etwas Höherem, das alles durchdringt und jenseits von unserer Geschäftigkeit ist, die uns selbst in stetige Abwesenheit bringt.

 

Durch Stille kann in uns zuerst Unwohlsein entstehen, wo wir ausserhalb unseres gewohnten Wirkungskreises und unserer Kontrolle sind. Weil unsere Daueraktivität dabei unterbrochen wird und sich innere Ruhe in unserer Denkmaschine mal einstellt, finden wir dabei zu uns selbst und verbinden uns mit unseren eigenen Wurzeln und kommen in Resonanz mit unserem Grund.

 

Wir erkennen, dass diese Zeit der Ruhe und Stille wertvoll ist und durch keine eigene Anstrengung erreichbar ist. Wir lernen uns selbst und die Welt dabei besser kennen, Dankbarkeit und Demut erwacht dabei.

 
 
  • Fredi Steiner

Wenn wir stets auf anderes ausgerichtet sind, entschwindet langsam das eigene Selbst. Empfindungen für sich selbst fehlen plötzlich, solche Menschen sind nur noch nach aussen ausgerichtet und sind selbst innerlich verwahrlost.

 

Mit einer persönlichen, inneren Entwicklung kommen wir in die Lage, Transformation zu erfahren, wenn eine wirkliche Wahrnehmung des Jetzt-Zustandes fortgeschritten ist. Wir können diese Erfahrungen in die weltlichen Zustände integrieren und finden zu einem zufriedeneren und ausgeglichenen Leben.

 

Gemäss Carl Gustav Jung ist spirituelles Erwachen ein Prozess einer langjährigen Transformation, den Jung als „Individuation“ oder einer Herausbildung einer stabilen Persönlichkeit bezeichnet. Nach Jung erfordert es Mut, sich auch den dunkelsten Tiefen der Seele zu stellen, was vielen verborgen bleibt. Wir lernen dabei, sich der eigenen Schattenseiten zu stellen und sich damit versöhnen, unsere eigene Bewusstheit wächst dabei. Es entsteht nach Jung eine Synchronizität des kollektiven Unbewussten oder nicht lokalen Bewusstsein mit dem individuellen Bewusstsein.

 

Diese Erfahrung kann nach Jung verwirrend sein für jene, die das Leben nur auf materielle Sicht richten. Mit einer tiefen Kenntnis merken wir, dass wir nicht zufällig durch das Leben stolpern, dass es eine tiefere Ordnung gibt, eine Intelligenz, die durch die Ereignisse wirkt, diese Erkenntnis schenkt das Gefühl des Vertrauens und der Verbundenheit mit dem Leben, als Teil eines Ganzen. 

Erwachte Menschen leben intensiver, weil ihnen die Vergänglichkeit näher bewusst ist, dass jeder Moment kostbar ist. Ein Erleben von Einheit und Verbundenheit als transformierende Erfahrung, wo alle Dualität aufgehoben ist, führt zur Verwirklichung des Selbst als Zentrum der umfassenden Persönlichkeit.

 

Wichtig wird die Qualität des Bewusstseins, die Tiefe einer Einheit und die Authentizität des Seins. Erwachte Menschen leben nach Jung oft einsamer, aber erfüllter. Eine solche Erfahrung ist nicht für alle zugänglich, eine bestimmte Reife der Entwicklung ist erforderlich, der Weg ist lang und kann sogar schmerzhaft sein.

 

Dieser Weg erfordert, sich und das Ego stets zu hinterfragen, auch alte Gewohnheiten loszulassen.

 

Auf diesem Weg lernen wir uns und die Welt besser und tiefer zu verstehen und damit bewusster umzugehen, was sich und den anderen Lebewesen das Leben verbessert.

 
 

Spiritualität begleitet uns das Leben lang, ohne dass sich die meisten Menschen dem bewusst sind, weil sie sich fast nur nach aussen orientieren. Das Wort «Spiritualität» löst bei vielen Menschen ein Gefühl der Unsicherheit oder Unbeholfenheit aus.

 

Spiritualität ist schwer greifbar, unser Verstand fühlt sich eher überfordert damit.

 

Es geht um eine Verbundenheit zu sich selbst, zum unmittelbaren Moment, zur eigenen Mitte und zum inneren Gleichgewicht, zum inneren Frieden.

 

Es geht um die Reflektion von sich selbst, jenseits von materiellen und dualistischen Zuständen. Wir finden zum eigenen, inneren Grund, der uns trägt in jedem Moment, der mit Allem verbunden ist, bis in die Unendlichkeit.

 

Das Ego ist nicht mehr der Hauptakteur, der uns durch das Leben führt und ein Phänomen und Konstrukt von einer Person aus uns macht.

 

Je nach Religion soll Spiritualität auch ein Zugang zum Göttlichen bereitstellen. Sie bewirkt einen direkten Zugang zu unserem inneren Wesen und aller anderen Existenzen. Spiritualität ist an keine Religion gebunden, kann aber auch ein besseres und geklärtes

 Verständnis innerhalb einer bestimmten Religion aufbauen.

 

Mit einer tieferen Sicht auf das Leben können wir damit auch besser umgehen, besonders mit Schmerz und Leid, das wir lernen so anzunehmen, wie es ist, um mit Übersicht und Gelassenheit einen Weg daraus zu finden und innerlich zu wachsen.

 

Aus Voraussetzung müssen wir bereit sein, moralisches und ethisches Leben zu führen mit Liebe und Mitgefühl zu sich und zu allen Lebewesen.

 
 

©2022 ZEN Fredy Steiner

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