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  • Fredi Steiner

Spirituelle Momente sind ein heilsames Gegengewicht zur heutigen, medial überfluteten Welt. Diese stillen Momente, wo wir in uns und bei uns selbst verweilen können, führen zu naturmystischen Empfindungen und zu Ehrfurcht vor dem eigenen Dasein, was sich nicht definieren lässt.

Solche Momente der inneren Einheit gehen über den Verstand hinaus, sie sind raum- und zeitlos.

Solche Transzendenzerfahrungen sind nicht willentlich machbar. Indem wir uns in eine Unbegrenztheit einlassen, geben wir der höheren Natur oder Ordnung Raum zu tieferer inneren Sicht.

Auch Urängste sind archaische Empfindungen, welche tief in uns verwurzelt sind und unsere Entscheidungen, Beziehungen und Lebensqualitäten beeinflussen. Auch von solchen Umständen werden wir unbewusst getrieben. Die Bewusstwerdung dieser Urängste ist ein wichtiger Schritt zu persönlicher Entwicklung.

Neue innere Defizite ergänzen alte oder lösen sie ab. In der Stille erleben wir eine Neutralisation, die hilft, zum eigenen ruhenden Grund zu gelangen und sich selbst wiederzufinden.

 

Wir müssen lernen, die Stille bewusst und achtsam wahrzunehmen, was nur jenseits der Gedanken möglich ist.

Nur sehr wenige Menschen haben den Mut, sich der Stille und Leere oder einer höheren Natur zu überlassen, man befürchtet eine gewissen Kontrolle zu verlieren, die man ja sowieso nicht vollends besitzen kann, auch aufgrund der Vergänglichkeit.

Dafür suchen wir immer wieder eine gewisse Ablenkung von sich selbst.

Lassen wir uns für einen Moment mit guter Körper- und Geisthaltung in jeden heilsamen Moment ein und nehmen unser Leben wirklich wahr, wir sind keine starren Gebilde und wären fähig, uns zu wandeln, um alte Muster abzulegen, um zu einem authentischen Leben zu finden, was uns glücklicher macht.

Transformation und innere Konfrontation ist nicht bequem, aber notwendig, wenn wir achtsam und offen leben wollen.

 
 

Wir hören von Zeit zu Zeit mal die Bemerkung von «im Hier und Jetzt».

 

Der unbekannte Moment begleitet alle Menschen unbewusst das ganze Leben lang, er ist einfach stets da, ungefragt und würde bei dessen Bewusstheit vor allem unseren mentalen Bereich stärken.

Im Moment oder im Jetzt fühlen wir uns ganz und mit sich verbunden, sowie mit allem, da sich ja stets alles synchron im gleichen unmittelbaren Moment befindet.

Wenn wir unser Sein im Jetzt erfahren können, ist jeder Moment mit einem tiefen Sinn verbunden. Um sich für den Moment in die Stille zu begeben, können wir nicht einfach einen Schalter betätigen, unser Geist und unsere Gedanken haben gewohnheitsmässig die Tendenz, stets abzuschweifen von uns selbst in eine fluktuierende Welt der Erscheinungen, was wir ja auch geniessen dürfen, es gehört einfach zu unseren Gewohnheiten.

Am besten loslassen können wir, wenn wir einfach mal die gegenwärtige Situation akzeptieren ohne Vorbehalte und Wertungen, wir sind einfach nur da.

Da zu sein bedeutet, sich auf lebenserhaltende Faktoren, wie bewusste und ruhige Atmung zu fokussieren und reduzieren. Wir befinden uns so in einer heilsamen Phase, wir können nur so zu etwas in Kontakt kommen, das über uns ist.

Wir sind normalerweise so konditioniert, dass unsere Gedanken zu vergangenen und zukünftigen Ereignissen wichtiger sind als das reine Leben im Moment, obwohl wir unsere eigene Lebendigkeit verpassen.

 

 

In der Stille erhalten wir reale Botschaft von unserem innersten Herz oder Bewusstsein, das hilft, uns weiterzuentwickeln.

Wir lernen dabei, mit innerer Ruhe auch mit schwierigen Lebenssituationen umzugehen und erfahren Selbstreflektion.

Bei dieser Praxis in der Stille wird auch unser Immunsystem gestärkt.

Lassen wir uns gelöst in die Stille und Ruhe ein mit einer guten äusseren und inneren Haltung.

 
 
  • Fredi Steiner

Johannes Tauler, Dominikaner Mönch und Mystiker, Schüler von Meister Eckhard, 1300 – 1361.

«Das Pferd macht sein Haufen im Stall, und obgleich dieser Haufen Unsauberkeit und Geruch an sich hat,

so zieht doch dasselbe Pferd diese gesammelten Utensilien mit dem Wagen auf das Feld (wo der Bauer es zerstreut als Dünger).

 Und daraus wächst der edle, schöne Weizen und der edle süsse Wein, der niemals so wüchse, wäre der Mist nicht da.

 Nun, dein Haufen, das ist dein eigenes Bündel, das du mit Selbstreflektion erkennen kannst, trage es mit Fleiss auf den Acker deines Lebensraumes in rechter Gelassenheit deiner selbst.»

 

Es geht darum, mit dem eigenen Bündel nicht voreingenommen und mit Zweifel sich in ein Werk einzulassen. Wenn wir nicht bei uns selbst und somit mutlos sind, fühlen wir uns eingeschränkt in unserem Denken und Handeln.

 

Über Gelassenheit gemäss einer Predigt von Johannes Tauler:

«Gelassenheit ist nicht leicht zu erringen, sie ist gleichbedeutend mit einer inneren Haltung, gelöst von eigenen Konditionierungen und Begehren.»


 Der innere Widerstand zur Gelassenheit kann in der Stille und der Meditation überwunden und aufgelöst werden.

 

Gelassenheit ist nicht Gleichgültigkeit, sondern bewusste, innere Sammlung, sie macht innerlich frei und setzt ungeahnte Energie frei. Wir überwinden unsere gewohnten Zweifel und gewinnen neue Zuversicht.

 

Gelassenheit bedeutet Loslassen von bindenden Vorstellungen über die eigene Fähigkeit, sie ist ein persönlicher Weg des Suchens und Lassens, wir werden fähig, die eigenen Grenzen zu überwinden.

 

Es geht darum, sich seinen eigenen Haufen inneren

«Unrats» wie Gewohnheiten und Prägungen hinter sich zu lassen, um sich weiterzuentwickeln, was zu einem frohen Leben führt.

 
 

©2022 ZEN Fredy Steiner

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