- Fredi Steiner
Demut ist stärker als ein hoher Selbstwert
Universität Zürich/ 29.11.2017/Oliver Kaftan
Meine Interpretation und Ergänzung aus Zen-Sicht und gekürzte Fassung des Beitrages
Wir tragen stets die Bürde mit uns, dass unsere Existenz einmal endet. Dagegen beschäftigen wir uns latent mit Äusserlichkeiten über unsere Sinne in der Hoffnung den eigenen Schein-Selbstwert zu halten oder zu steigern.
Dadurch nehmen Menschen die Welt nicht so wahr wie sie ist, sondern wie sie in ihren Vorstellungen existiert.
Forscher haben dadurch den Focus stärker auf demütige Menschen gerichtet. Demut bedeutet für die Psychologin, Pelin Kesebir, eine Bereitschaft, die Grenzen und Schwächen der eigenen Person zu akzeptieren und sich der eigenen Kleinheit bewusst zu sein.
Demütige Menschen vermögen über die Anliegen des eigenen Egos hinwegzusehen, die eigene Person zu überwinden und somit die Aufmerksamkeit auf „etwas Grösseres“ zu richten. Ein demütiger Mensch erlebt die Welt ohne Verzerrungen der Wirklichkeit.
Gemäss Studien von Kesebir besteht bei Menschen mit Demut eine weit geringere Angst vor dem eigenen Tod, somit auch vor dem Leben. Narzisstische Menschen, welche mit den eigenen Bedürfnissen überbeschäftigt sind, haben das Gefühl, dass ihnen mehr zusteht und können mit dem eigenen Ende der Existenz schlecht umgehen.
Demut führt zu mehr Toleranz und Einsicht, erweitert die eigene Sichtweise.
Demut erkennt die eigene Unvollkommenheit und schmälert selbstverzerrende Ansichten.
Beim Sitzen in der Stille gelangen wir über unsere Person hinaus und lernen die täglichen Verzerrungen unseres ungezähmten Geistes kennen, um damit umzugehen.