top of page
  • Fredi Steiner

Es geht um die Selbstreflektion, die Innenschau und das Betrachten der eigenen Gefühle und des eigenen Geistes.

 

Wir besitzen, neben der Fähigkeit, die Aussenwelt über unsere Sinne wahrzunehmen, die Fähigkeit, den eigenen Geist wahrzunehmen. Das ist nicht mit einem Röntgengerät oder einer MRI-Aufnahme möglich.

 

Mit dem “sich nach innen wenden“ ziehen wir unsere tägliche Aufmerksamkeit von der äusseren, sinnlichen Welt ab und lenken sie nach innen durch Meditation und Kontemplation. Wir gelangen dabei in einen Raum der Stille und des Friedens, wo wir unserem wahren, unverfälschten Wesen näherkommen.

 

Introspektion oder Innenschau hilft, die wahre Natur des eigenen Geistes zu erkennen und die Illusion des Ich`s zu durchschauen.

 

Der Zugang nach innen ist ein langer Weg der Praxis und der Übung, wo man zuerst Barrieren durchbrechen muss. Schon das Erkennen dieser Widerstände ist ein Fortschritt, Gewalt und Anstrengung bewirken eine Umkehr nach aussen.

 

Lassen wir uns mit einer guten Körper- und Geisthaltung vorab zur Ruhe kommen. Ruhige und bewusste Atemzüge begleiten uns in die Stille und zu unserer inneren Natur. Dort sind wir als Person nicht mehr zuständig, unsere innere Natur sorgt für den weiteren Zugang in eine neue und höhere Dimension, die wir mit eigenen Bemühungen nicht erreichen können.

 
 
  • Fredi Steiner

Ich habe mich seit längerer Zeit mit dem Moment beschäftigt und langsam den Draht zum Moment gefunden, es existieren keine Zweifel, weder Sicherheitsgefühl noch Unsicherheitsgefühl, nur sein.

 

Präsenz existiert in jedem gegenwärtigen Moment, unabgelenkt von Gedanken, Wertungen, Ablenkungen.

 

Die meisten Menschen sind eine Art fremdgesteuert und unterliegen den unkontrollierten Gedanken. Jeder Mensch lebt in seiner selbst geschaffenen Welt oder der Illusion, in einem Nebel, praktisch niemand ist sich dessen bewusst.

 

Heute nehmen wir eine verzerrte Sicht oder Wahrnehmung als normal hin, vermischt mit Vergangenheit und Zukunft, Abwesenheit und Zerstreuung.

Innere Ruhe erhalten wir mit einem tiefen Erfassen jedes einzelnen Momentes, die sich unaufhaltsam aneinander reihen. Dieser Vorgang können wir nicht aufhalten. Durch Meditation können wir mit der Präsenz in Einklang gelangen, indem wir jenseits der äusseren, dualen Welt ankommen durch Loslassen von allem Triefhaften.

 

Indem wir fähig werden, uns in den Moment einzulassen, finden wir unsere unveränderliche und reine Quelle, unser formloser Grund, was uns in belasteten und bedrohenden Lebenssituationen hilft und trägt, Stabilität und Gelassenheit schenkt.

 

Im reinen Moment sind alle Menschen gleichwertig.

 

Dieser heilige Moment übersteigt jede Religion.

 

 Das göttliche im Moment können wir nicht suchen, es ist immer schon präsent, unsere tägliche Abwesenheit hindert uns stets, sich dazu zu öffnen.

 

Der Moment ist zeitlos und jenseits allem Materiellen als reine Erfahrung eines Satori-Zustandes.

 

In der Erfahrung der inneren Stille finden wir zum reinen Selbst.

 

Wir lernen umzugehen mit allem, was das Leben ausmacht, die Unkontrollierbarkeit und Unplanbarkeit, den ewigen Wandel, Verlust und Trennung, Furcht vor Unbekanntem und vor der Sterblichkeit.

 

Präsenz hilft zur Heilung von körperlichen, emotionalen und mentalen Zuständen.

 

Öffnen wir uns für das wirkliche Leben im Moment und für Präsenz.

 
 

Wirkliches Handeln ist eine völlig andere Dimension als das begriffliche Denken und Wahrnehmen. Wirkliches Handeln wird augenblicklich vollzogen wo Körper und Geist, Subjekt und Objekt eine Einheit sind. Wirkliches Handeln geschieht immer im gegenwärtigen Augenblick und dieser nie wiederkehrende Augenblick ist zeitlos und hat das Wesen der Ewigkeit.

 

Das Handeln im gegenwärtigen Augenblick in der Wirklichkeit steht über dem Denken oder den Sinnen. Handeln in vollster Anwesenheit durch das Selbst im unmittelbaren Moment ist jenseits des Begriffs des Handelns.

 

Unser Leben existiert nur wirklich im Augenblick, nur sehr wenige Menschen sind sich das bewusst und noch weniger leben es.

Dogen sagt, wer sich mit dem Geist des Nirvana verbindet, kennt das Prinzip der Augenblicklichkeit des Erscheinens und Vergehens aller Dinge. Es geht darum, das Leben in seiner ganzen Fülle, ob leidvoll oder glücklich zu erkennen, wie es eben ist. Wirkliches Handeln führt letztlich zu sich selbst.

 

Gleichnis aus der Chandogya-Upanishad:

Ein Vater beauftragte seinen Sohn, eine Feige vom Baum zu pflücken, sie zu spalten und sogar die kleinen Kerne darin zu spalten. Der Vater fragte den Sohn:

„Was sieht du darin?“ „Nichts“ sagte der Sohn. Sein Vater erklärte ihm: „Aus dieser feinen Substanz, die du nicht wahrnimmst, aus dieser Substanz besteht dieses All, ist das Reale, das bist du.“

Im `Tat twam asi` (das bist du) liegt der Grundgedanke der Upanishaden als Erkenntnis, dass jedes Einzelwesen in seinem Kern mit dem Allwesen eins ist.

 

Im innersten Kern ist jedes Wesen trotz aller äusseren Unterschiede in seinem Kern auch eins mit jedem anderen Einzelwesen.

 

Wenn ich lerne, mich selbst bis zum innersten Kern zu verstehen, verstehe ich das Universum, es ist wohl ein schwieriges Unterfangen. Es hilft schon, sich auf den Weg zu begehen um sich zumindest näher zu kommen.

 

Nach Dogen geht es darum, seine eigene Lebensaufgabe, welche teilweise weit über seine eigenen physischen und geistigen Fähigkeiten geht, bewusst zu bewältigen.

Es gilt eine Brücke zu überschreiten um zur wahren Natur der Wirklichkeit vorzudringen.

 

 

Abschluss:

Die längste Reise ist die zu sich selbst.

Influencer sind da überfordert und hilflos.

Sie können sich nur mit fremden Sachen brüsten.

 
 

©2022 ZEN Fredy Steiner

bottom of page