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  • Fredi Steiner

Laotse (chin. Philosoph, ca. 6. Jh. vor Chr.):

«Die Belehrung ohne Worte, den Wert des nicht Handelns, erreichen nur wenige auf Erden.»

 

Wir sind in unserem Leben fast dauernd durchgetaktet, physisch wie psychisch. Wir erfahren fast keine Räume mehr, wo wir uns wieder zu uns selbst lassen können und uns mental erholen.

 

Im Taoismus (chin. Philosophie, 1. Jh. n. Chr.)  bedeutet WU WEI Handeln durch Nicht-Handeln.

Es bedeutet, im Einklang mit der natürlichen Ordnung der Dinge leben, das Vertrauen in den natürlichen Fluss der Dinge finden durch eine tiefe Form von Akzeptanz und Selbstwirksamkeit.

Der Moment oder das Jetzt erfahren kann man nicht machen oder tun, indem wir die reine Natur wirken und fliessen lassen, erleben wir die Unmittelbarkeit und die Realität.

 

Wir erleben Zeiten starker Einflüsse und Veränderungen, was zu Verunsicherung führt. Eben durch

Nicht-Tun erschaffen wir Zeit, um uns innerlich von diesen Abhängigkeiten zu befreien, um zu innerer Ruhe, Klarheit und Weitsicht zu finden und um wieder in ein Gleichgewicht zu gelangen.

 

Wenn wir das konventionelle Ich, die durch Denk- und Verhaltensmuster gebildete Person zurücklassen können, finden wir zu innerer Freiheit und Spontanität.

Es entsteht ein Handeln aus innerer Stille, wo Aktionismus hinderlich wirkt. Für unseren getriebenen Geist ist dieses Nicht-Tun schwer zugänglich, Meditation hilft uns dabei.

 

Der hingebungsvolle Akt, die Gegenwart zu akzeptieren und völlig im Augenblick zu leben ermöglicht uns, neue und heilsame Einsichten zu erhalten. Mit Achtsamkeit, Gelassenheit und intuitiver Weisheit gelangen wir zu hoher Verbundenheit mit uns selbst und dem grossen Ganzen.

 
 

Mit Transformation erfahren wir eine intensive Wandlung von unserer Person und unserem Wesen, die stetig den Weg zu uns und zum Selbst öffnet.


Durch unser Verhalten und einer Neuausrichtung in unserer Denkweise und Lebensweise, mit Meditation und Achtsamkeitspraxis, erschaffen wir eine Ausgangslage, um tiefere Be-reiche in uns zu erwecken. Eine Transformation geschieht so ausserhalb unserer persönlichen Bemühungen, das Göttliche, eine tiefe Natur oder das kosmische Wirken mit ihrer Energie beginnen unser Wesen tiefgreifend zu wandeln.


Es verändert die innere Sicht der Welt von innen heraus über feinstoffliche Ebenen, auf die wir keinen Einfluss haben. Intuitiv erfahren wir Abkehr oder Änderung unserer gewohnten Muster und Masken und verspüren eine Erneuerung unserer Person im inneren und im weltlichen Bereich. Dieser Prozess ist ein fortwährender Vorgang, solange wir mit unserer Mitte in Verbindung bleiben.


Wir lernen, mit unserem Schatten und den unterdrückten Seiten unseres Unterbewusstseins umzugehen und sehen die Welt in einem anderen Licht, wir erfassen die Scheinwelt, in der wir uns aufhalten.

Wir leben dabei authentischer und spüren ein starkes Gefühl von Liebe, die alles durchdringt. Wir identifizieren uns nicht mehr über unser Ego, aber wir lernen diszipliniert und mit hohem Bewusstsein damit umzugehen.


Je mehr Raum und Stille in uns wächst, umso bewusster und kognitiver können wir mit uns und der Welt umgehen. Spiritu-elle Transformation bewirkt, dass wir über uns selbst in einen Zustand des Meta-Bereiches unseres Geistes gelangen und so eine tiefere und natürliche Verbundenheit mit anderen und der Welt erfahren.


Geduld und Vertrauen sind auf diesem Weg wertvoll, um mit unseren Bemühungen nicht nachzulassen, wir folgen dabei einer tiefen Sehnsucht. In Erfahrung einer tiefen Stille finden wir zu einer unsterblichen Grundessenz. Wenn sich die Eindrücke aus diesem tiefen Sein mit der gewöhnlichen, weltlichen Persönlichkeit verbindet, erweitert und auf die Realität trifft, wirkt die Transformation.

 
 

Der eigene, innere Halt bildet die Ressource für die Stabilität der eigenen Existenz. Mit einer tiefen, inneren Haltung erleben wir eine Erfahrung, die über unser Denken, Handeln, den Verstand und unser individuelles Ich hinausgeht.

Unser weltliches Leben gleicht einem Baum mit Stamm, den Ästen, den Blüten und Früchten. Halt gibt dem Baum das Wurzelwerk, das man nicht sieht und ohne dieses der Baum nicht existieren kann. Die Wurzeln sorgen für Verständigung unter den Pflanzen und geben dem Baum den nötigen Halt.

 

Mit Meditation können wir unser Wurzelwerk, das man auch nicht sieht aufbauen, welches unseren inneren Halt sicherstellt für alle Lebenssituationen. Unsere Wurzeln helfen uns auch, dass unser Geist nicht in Schieflage gerät, stabil und ruhig agieren kann, auch ungute Emotionen bringen uns nicht zu Fall. Damit dieses Wurzelwerk Halt findet, brauchen wir einen guten und stabilen Grund, der sich bis zur Unendlichkeit mit allem verbinden kann. Diesen Grund erschaffen wir in der Stille, in ruhigen Momenten, wo wir uns nach innen richten können, in Frieden und Dankbarkeit.

 

Stille kann uns ein Gefühl von Selbstsicherheit geben, in der Stille halten wir uns bereit für etwas Grösseres, das nicht durch unser menschliches Dazutun geschieht.

 

In diesem unbekannten Raum der Stille verändert sich etwas in uns, wir kommen in Resonanz mit etwas Höherem, das alles durchdringt und jenseits von unserer Geschäftigkeit ist, die uns selbst in stetige Abwesenheit bringt.

 

Durch Stille kann in uns zuerst Unwohlsein entstehen, wo wir ausserhalb unseres gewohnten Wirkungskreises und unserer Kontrolle sind. Weil unsere Daueraktivität dabei unterbrochen wird und sich innere Ruhe in unserer Denkmaschine mal einstellt, finden wir dabei zu uns selbst und verbinden uns mit unseren eigenen Wurzeln und kommen in Resonanz mit unserem Grund.

 

Wir erkennen, dass diese Zeit der Ruhe und Stille wertvoll ist und durch keine eigene Anstrengung erreichbar ist. Wir lernen uns selbst und die Welt dabei besser kennen, Dankbarkeit und Demut erwacht dabei.

 
 

©2022 ZEN Fredy Steiner

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