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Meditation 17.9. 2020.


Wer wertet stetig? Es ist unser Ego. Aber wenn wir das Ego suchen finden wir es nicht in uns und merken letztlich, dass kein greifbares Ego wirklich existiert. Das Ego ist ein flüchtiges Phänomen.

In jedem Mensch ist das absolute Selbst solid und zeitlos verankert als unser stabiler Grund. Sobald jedoch ein Objekt oder Subjekt mit unseren Sinnen erfasst wird, verlassen wir unsere innere Stabilität, unser Ego treibt uns davon weg. Das ist Ajñãna oder unser Nichterkenntnis, wir müssen zuerst einmal lernen, unser Ego und unser Wesen überhaupt richtig wahrzunehmen und damit achtsam umzugehen. Wir können lernen, mit unseren Neigungen und Begierden umzugehen und unserem inneren Herz und der Liebe näher zu kommen und somit mit unserer eigenen inneren Quelle in Kontakt zu kommen.

Der stetige Identifizierungsvorgang erzeugt latent neue Phänomene und verzerrt unser wirkliches Dasein, unser Ego erzeugt damit immer neuen Stress. Durch Klärung und Loslassen kann die Identifizierung in klare Bahnen gesetzt werden oder abgebaut werden (Dehatma-Buddhi).

Das reine Ich besteht jeweils schon unbemerkt zwischen Lücken unseren Gedankenimpulsen und Bewusstheitszuständen, ohne dass wir das feststellen.

Lassen wir den Atem tief und ruhig fliessen und richten uns nach innen, finden wir zu einer tiefen Natur und Ordnung.

 
 

Meditation 3.9.2020.


«Unrein und verzerrend ist der Blick des Wollens. Erst wo wir nichts begehren, erst wo unser Schauen reine Betrachtung wird, tut sich die Seele der Dinge auf, die Schönheit.

Im Augenblick, da das Wollen ruht und die Betrachtung aufkommt, das reine Sehen und Hingegebensein, wird alles anders. Der Mensch hört auf, nützlich oder gefährlich zu sein, interessant oder langweilig, gütig oder roh, stark oder schwach.

Er wird Natur, er wird schön und merkwürdig wie jedes Ding, auf das reine Betrachtung sich richtet.

Denn stille Betrachtung ist ja nicht Forschung oder Kritik, sie ist nichts als Liebe. Sie ist der höchste und wünschenswerteste Zustand unserer Seele: begierdelose Liebe.»

F.S. Übung macht den Meister, sagt man. Bei uns geht es eher ums Üben des Nicht-Übens, nämlich um sich einzulassen ins reine Dasein, in die Natur der Stille, durch loslassen an allem, dafür sich dem Moment überlassen, der Zeitlosigkeit. Da existieren keine Aussichten, Ansprüche, Ziele oder Vorstellungen, nur reines Sein, ein sich Überlassen der reinen Natur und der Wirklichkeit, nichts ist

verfälscht oder verzerrt durch unsere Gedankenwelt. Es existiert nur reines Schauen.

Wir finden so Vertrauen und Halt in der Haltlosigkeit.

 
 
  • Fredi Steiner

Meditation 27.8.2020.


Metta (pali mettã) sind von Buddha gelehrte Meditationsobjekte für Freundlichkeit, Güte, aktives Interesse an Anderen, sowie Liebe, Sympathie oder eben liebende Güte. Es geht darum, diese Haltung der liebenden Güte auf alle fühlenden Wesen auszuweiten.

In unserem Beurteilungsmodus entsteht üblich Zuneigung und Ablehnung. Neigung generell verzerrt die reine Wahrnehmung. Metta ist die Basis eines befreiten Geistes, ohne Vereinnahmung von Beurteilungen und Konzepten: "Ich liebe dich, so wie du bist."

Bedingte Liebe kann kein nachhaltiges Wohlergehen gewähren. Metta mit reinem Geist ist nicht verletzend und ist daher wahre Hilfe für sich und andere. Wut, Aggression schaffen Gräben, Metta hilft, diese zuzuschütten. Das Gute in unserem innersten Herz kann im Gegenüber Resonanz erschaffen.

Durch befreites, achtsames Ausatmen wird das Metta-Feld immer weiter und grösser, wir nehmen so alles im Feld der liebenden Güte auf.

Dieses erschaffene Feld der Liebe und Güte kann auf uns selber und Hilfe suchende Wesen ausgeweitet werden, bis ins Universum.

Wir kehren so auch wieder zu uns selbst zurück als Zentrum dieses Feldes und schenken uns selbst ganz ausdrücklich eigene Liebe bis ins eigene Herz.

Gemäss Max-Plank-Institut kann durch die Plastizität unseres Hirns durch mentales Training mit Achtsamkeit ein Verhalten positiver Veränderungen erlangt werden während der Metta-Meditation. Hindernisse sind Abneigung, Zweifel, Trägheit. Zwang blockiert positive Gefühle, alles ist letztlich nur wie es ist.

Lernen wir loszulassen.

 
 

©2022 ZEN Fredy Steiner

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