- Fredi Steiner

- 1. Nov. 2020
- 1 Min. Lesezeit
Meditation 3.9.2020.
«Unrein und verzerrend ist der Blick des Wollens. Erst wo wir nichts begehren, erst wo unser Schauen reine Betrachtung wird, tut sich die Seele der Dinge auf, die Schönheit.
Im Augenblick, da das Wollen ruht und die Betrachtung aufkommt, das reine Sehen und Hingegebensein, wird alles anders. Der Mensch hört auf, nützlich oder gefährlich zu sein, interessant oder langweilig, gütig oder roh, stark oder schwach.
Er wird Natur, er wird schön und merkwürdig wie jedes Ding, auf das reine Betrachtung sich richtet.
Denn stille Betrachtung ist ja nicht Forschung oder Kritik, sie ist nichts als Liebe. Sie ist der höchste und wünschenswerteste Zustand unserer Seele: begierdelose Liebe.»
F.S. Übung macht den Meister, sagt man. Bei uns geht es eher ums Üben des Nicht-Übens, nämlich um sich einzulassen ins reine Dasein, in die Natur der Stille, durch loslassen an allem, dafür sich dem Moment überlassen, der Zeitlosigkeit. Da existieren keine Aussichten, Ansprüche, Ziele oder Vorstellungen, nur reines Sein, ein sich Überlassen der reinen Natur und der Wirklichkeit, nichts ist
verfälscht oder verzerrt durch unsere Gedankenwelt. Es existiert nur reines Schauen.
Wir finden so Vertrauen und Halt in der Haltlosigkeit.
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