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Die Wolke des Nichtwissens ist allgegenwärtig und verbindet uns stetig mit der höchsten Natur, doch alle Kreaturen mit ihren Erscheinungen, ihrem Tun und Wesensmerkmalen trennen uns latent davon.


In der Stille sollten wir uns mit keinem Gegenüber befassen. Alles Geschaffene steht in der Wolke des Nichtwissens zurück.


Im täglichen Leben ist es notwendig, sich mit Geschöpfen und Sachen zu beschäftigen, auch um unseren eigenen Lebensunterhalt sicherzustellen. Mit dem Potential und der Wirkung der Stille und Einheit lässt sich der Alltag bewusster und weiser bewältigen, da uns sonst alle Erscheinungen gewollt, ungewollt oder unbewusst beschäftigen und zerstreuen.


So bleiben wir mit unserem Geist abwesend und nicht bei uns im Selbst oder verbunden mit dem ganzen Einen. Alles was wir denken steht zwischen uns und unserem innersten Selbst, je grösser die Ablenkung, umso abwesender sind wir von unserem eigenen Wesen, wir befinden uns nie im Einklang mit uns und der Welt.


Da die Stille nicht mit Anstrengung und Geistarbeit erreichbar ist, haben die meisten Menschen zu viel Respekt davor, man könnte sich verloren fühlen, da dort kein Ego zu finden ist und man sich weder physisch noch mit Gedanken an etwas halten kann, was letztlich doch stets vergänglich ist und Leid verursachen kann.


Lassen wir uns ruhig in die Stille ein, lassen wir uns in eine natürliche Schwingung ein, wir werden gefestigt und finden uns selbst.

 
 
  • Fredi Steiner

Innerer Frieden vollzieht sich mit der Übung in der Stille ohne eigene Anstrengung, sondern nur durch reines Dasein und dabei legen wir alle aufkommenden Gedankenimpulse liebevoll weg. Der reine Moment in unserem Dasein entspricht dem wirklichen, direkten Leben, sogar Lücken zwischen Wörtern und Sätze, die bei uns stets unbeachtet bleiben widerspiegeln die unbemerkte Göttlichkeit in unseren Bewusstseinszuständen. Auch mit dem bewussten Erfassen dieser stillen Lücken finden wir zu unserem Urzustand und erlangen Verbundenheit, daher sind stille Momente wichtig.


Als vernunftbegabte Wesen besitzen wir zwei grundlegende Kräfte: die Kraft der Erkenntnis und die Kraft der höchsten Liebe (Agape oder spirituelle Liebe). Durch die Kraft der Erkenntnis ist das Höchste unantastbar, durch die Kraft der Liebe wird es ganz fassbar. Diese höchste Form der Liebe vereint uns stetig und gibt uns Stabilität für jeden Alltag.


Im unerlösten Zustand werden wir stets zurückgebunden in die oberflächliche Welt der Gedanken, Neigungen und Illusionen. Unser unablässiges Alltagsdenken hilft uns zu überleben aber hat die Tendenz, zu spalten und zu trennen aufgrund unseres Egos und verhindert innerliches Wachstum.


Ego und Anstrengung führt uns nicht weiter, um dem eigenen inneren Wesen auf die Spur zu kommen. In der reinen Stille ergründen wir etwas, das mit unserem geistigen Auge nicht erfasst werden kann.


So richten wir uns nach innen und lassen eine andere Dimension wirken.

 
 

Das Buch «die Wolke des Nichtwissens» ist eine geistliche Schrift vom 14. Jh. Sie galt lange als verschollen. Der Autor ist nicht bekannt, das wesentliche des Werkes liegt jenseits von Worten, im sprachlosen Schweigen gemäss Zen.


Es geht um die Loslösung des Menschen an Bindung, dafür der Hingabe zur reinen Natur oder reinen Sein, indem wir uns dem begrifflichen Denken während der Übung enthalten und die Schwingung der inneren Ruhe mit einem höheren Raum und Kraft zu verbinden. In dem Raum der «Wolke des Nichtwissens» als raumloser Raum, soll der Mensch während der Übung jenseits des phänomenalen Alltagsbewusstseins gelangen im mystischen Schweigen.


Ein Mensch, der die Sehnsucht hat, über seine Person zum eigenen Selbst hinauszuwachsen, begibt sich bewusst in eine Wolke dieses Nichtwissens, um sich zu öffnen.


Das Absolute oder die reine Natur ist mit unseren Sinnen nicht erreichbar, es übersteigt den Erkenntnisbereich der begreifenden Vernunft.

So lassen wir uns in die Stille ein mit einer guten Körperhaltung, ruhigem Geist, Atemzug für Atemzug.


Dieser Bereich der Wolke kann durch die Agape resp. höheren Liebe und reiner Hingabe durchdrungen werden.

Mahatma Gandhi sagte über Agape:

«Liebe ist die stärkste Macht der Welt und doch ist sie die demütigste, die man sich vorstellen kann.»


Nach Erich Fromm ist die Liebe (Agape) das einzige, mit dem der Mensch schöpferisch etwas gestalten kann und die einzige, wirklich aktive Tätigkeit, zu der der Mensch im Stande sei.


Agape ist eine selbstlose Liebe, die in uns allen glimmt, aber mit Übung wieder zu einer starken Kraft werden kann.

Wir lernen dabei durch die Übung Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühle hinter sich zu lassen, um in den Raum des Schweigens und der inneren Stille zu gelangen.

Der überall zeitlose Moment ist das Zentrum dieser Übung. Wir gelangen zu einem «Nichts» das jedoch Alles ist und zu einer Einheitserfahrung führt. Dieses höhere Wissen ist für Menschen zugänglich, die mit ganzem Herzen und Hingabe zu praktizieren bereit sind.

Der Autor sagt dazu, dass die Zeit und Bereitschaft, sich damit zu beschäftigen reifen muss und genügend Überwindungskraft und Wille dazu vorhanden ist, in einen Raum zu treten, wo wir nicht an Nichts binden müssen.

 
 

©2022 ZEN Fredy Steiner

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