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Aus dem Shõbõgenzõ von Dogen

Versuch, mit Text das äusserste Erfassen zu erklären


Ohne die Zazen-Praxis ist ein ausgeglichener Zustand von Körper und Geist kaum zu verwirklichen.

Wohl die radikalste, mögliche Praxis des Nicht-Tun

Die Buddha-Natur ist jenseits von Sein und Nichtsein und durchdringt die ganze Existenz. Das beschreibt, dass das Ganze der Existenz weder Geist, Aussenwelt noch Form ist. Das Ganze ist auch nicht der Dharma (die Lehre), übernatürliche Kräfte oder Praxis und Erfahrung, da alles Einheit ist, gibt es auch kein einzelnes Staubkorn. Es gibt keine Spaltung des Menschen, kein Bewusstsein das Objekt und Subjekt unterscheidet.


Da es in der Welt nichts Verborgenes gibt, weil sich die Wirklichkeit direkt vor uns offenbart, hat das existierende Jetzt nichts mit dem Entstehen zu tun. Alles ist, der ausgeglichene Geist ist der Weg.


Geist, Wille oder das Bewusstsein sind nicht das erleuchtete Wissen oder das Verstehen der Buddha-Natur, welche jenseits des erleuchteten Wissens und Verstehens ist.


Buddha sagte: «Wenn ihr den Sinn der Buddha-Natur begreifen wollt, solltet ihr hier und jetzt die Ursachen und Umstände des gegenwärtigen Augenblicks erfassen. (Das unmittelbare, intuitive und ganzheitliche Erfassen jeder Situation).


Wenn der Augenblick da ist, offenbart sich die Buddha-Natur direkt vor euch. Alles hängt mit den Umständen des gegenwärtigen Augenblicks zusammen, der für sich selbst ist.


Hier und jetzt erfassen ist unabhängig von erfassten Subjekten und Objekten. Es geht um das Erfassen des reinen, unbewerteten Augenblick.

Es ist das Überschreiten der denkmässigen Umstände des gegenwärtigen Augenblicks.


Auf einen Augenblick zu warten, bis er da sein könnte und uns erfüllen würde ist nutzlos. Sogar, wenn dies ein Augenblick des Zweifels ist, ist er Buddha-Natur.


Walter Tydecks, Mathematiker

«Jede Wissenschaft hat einen blinden Fleck, der auf mythische oder religiöse Ursprünge verweist, die sich der Wissenschaft entziehen.»

 
 
  • Fredi Steiner

Hermann Hesse:

„Alle Bücher dieser Welt – bringen dir kein Glück – doch sie weisen dich geheim – in dich selbst zurück. – Dort ist alles, was du brauchst, - Sonne, Stern und Mond, - denn das Licht, wonach du frugst – in dir selbst wohnt. – Weisheit, die du lang gesucht in den Büchereien, - leuchtet jetzt aus jedem Blatt – denn nun ist sie dein.“


Ramana Maharshi über Licht

Wird der Geist nach innen zur Quelle des Lichts gerichtet, findet die objektive Erkenntnis ein Ende und allein das Selbst erstrahlt als inneres Herz.


Der Geist ist nützlich, weil er das Licht der Objekte gegenüber reflektiert. Wird der Geist nach innen gerichtet, erstrahlt die Quelle des Lichts von selbst und der Geist ist blass und unnötig, wie der Mond bei Tageslicht.


Der Atman vom stillen Geist bewirkt, nach innen gerichtet, einen freien, unzerstörbaren Gedankenraum. Aus Sicht der Advaita-Philosophie entspricht Atman dem absoluten Selbst (Brahman). So erkennt der Geist seine eigene Quelle und wird zum Selbst. Es ist ein Wechselspiel von Geist und Leere, bis der Geist still wird.


Wir lassen die Wandlungsformen des Geistes beiseite und lassen uns auf das Licht ein, dann wird der Geist still und das innere Licht erstrahlt aus sich selbst. So ist der Geist ein Mittel für die Selbstverwirklichung als ewige immer gegenwärtiger Zeuge.


Objekte sind grobstofflich und mit dem verstandesmässigen Geist erfassbar, das Licht ist reine Erkenntnis.


Ein Text aus der apokryphen Sammlung des Thomas Evangeliums:

„Es ist Licht im Inneren eines Lichtmenschen,

und er erleuchtet die ganze Welt.

Wenn er nicht leuchtet, ist Finsternis.“

Ich verstehe Finsternis als Verschlossenheit zum eigenen Herz, Licht, Selbst.


Ein Lichtmensch ist ein Träger oder er dient als Medium, welches das innere Licht mit seiner inneren Ausstrahlung in die Welt hinausträgt. Es gibt kein Licht ausserhalb eines Mediums, das fähig ist, erst Lichtenergie aufzunehmen und auszustrahlen, auch in der Wissenschaft.


Entspricht für mich auch der Bodhisattva-Philosophie

 
 

Unser Leben ist geprägt von Bindungen, Anhaftungen an Schönem und weniger Gutem, letztlich einer Art Unfreiheit durch unsere autonomen Gedanken und Neigungen, die unser Leben meistens bestimmen. So gleiten die meisten Menschen mehr oder weniger gut durch ihr Leben.


In der Übung der Stille versuchen wir, uns durch Enthaltung der fortwährenden begrifflichen Gedanken in einen offenen Raum oder eben in die «Wolke des Nichtwissens» zu begeben. Dort können wir uns für einen Moment vom Alltagsbewusstsein absetzen durch Hingabe an das Göttliche, zur reinen Natur oder dem reinen Dasein.


Um uns selbst im innersten oder der göttlichen Natur näherzukommen, lassen wir die weltliche, empirische Sichtweise durch die Übung zur inneren Sille hinter uns.


Nikolaus von Kües: «Je intensiver wir die Finsternis erkennen, desto wahrer erreichen wir darin das unsichtbare Licht.»


Nur durch grosse Hingabe und reine Liebe kann diese Wolke durchdrungen werden und so die Gegenwart der reinen Natur erfahren werden.

Wir lernen dabei erst unsere eigenen Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühle wirklich zu erkennen und erfahren dabei, wer wir wirklich sind.

Wir ermöglichen uns damit, unseren eigenen Alltag mit der Bereicherung einer höheren Erkenntnis durch diese Wolke oder den offenen Raum bewusster und weiser zu bewältigen.


Wir lernen besser, mit der eigenen Verletzlichkeit und der Verletzlichkeit anderer umzugehen und uns selbst in der Vielheit und Zerstreutheit dieser Welt zu finden. Die Welt ist, wie sie ist, aber wir können lernen, unsere konditionierte Sichtweise durch regelmässige Übung zu ändern, nicht zuletzt auch für unsere Gesundheit.

 
 

©2022 ZEN Fredy Steiner

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