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Um im Leben weiterzukommen für Erfolg, Ruhm oder materielle Güter unternehmen wir entsprechende Anstrengungen. Alles fluktuiert und vibriert, so kommen wir nie mit unserer inneren Ruhe und unserem inneren standhaften, wirklichen Wesen in Kontakt und bleiben auf der oberflächlichen Welt ohne eigenen Grund.


Um uns nach innen zu richten braucht es keine Anstrengungen, was vielleicht für uns die grösste Anstrengung ist. Es gibt nichts zu bitten oder zu streben, keine weltlichen Anstrengungen führen uns auf dem inneren Weg weiter.

Um innerlich zu wachsen, richten wir uns nur auf das Sein aus. Wir überlassen uns einer höheren vertrauten Natur, welche in uns im Nicht-Handeln, im Taoismus heisst das «Wu Wei» als im Einklang mit der Natur gerichtetes Handeln und wir lassen uns dabei in ein Wirken eines höheren Prinzips ein.

Es ist ein Zustand der inneren Stille, der zur richtigen Zeit die richtige Handlung ohne Anstrengung des eigenen Willens repräsentiert und so unsere Handlungen im Einklang erfolgen lassen.


Indem wir uns in eine Dunkelheit einer Wolke einlassen, und uns zum eigenen tiefsten Grund, resp. dem höchsten Sein aufmachen, erfahren wir die eigene Präsenz ganz unerwartet.

Dieses tiefe Schauen geschieht ohne eigene Anstrengungen, indem wir liebend nach innen ausgerichtet und ganz im Augenblick präsent sind, da erfahren wir Einssein und Klarheit.



Alles, was uns gedanklich festhält, können wir lernen loszulassen, unser Bewusstsein beruhigt sich dabei und wirkt wie ein Spiegel, wir lernen uns selbst zu erfahren.

In der inneren Ruhe können neue Kräfte entstehen.


Mit der Übung im Sitzen in der Stille begeben wir uns auf den Weg zur inneren Ausgeglichenheit und Ruhe, wir erfahren inneren Frieden.

 
 

Nach einer arabischen Fabel existierte eine kleine Maus, die auch Angst vor Katzen hatte. Ein Zauberer hatte Mitleid und verwandelte sie in eine Katze. Diese hatte andere Feinde wie der Hund, so verwandelte er sie in einen Hund. Auch der Hund fühlte sich bedroht in der Wildnis vor wilden Tieren wie Tiger. Daher verwandelte der Zauberer den Hund in einen Tiger. Der wiederum ängstigte sich vor dem Jäger. Letztlich gab der Zauberer auf und verwandelte den Tiger wieder in die Maus zurück und sagte: “Nichts, was ich tue kann dir helfen, weil das innere Herz das gleiche bleibt.“


In jeder Lebenslage existieren Unzulänglichkeiten jeglicher Art. Durch entsprechende Mittel können wir uns äusserlich ändern, aber unser inneres Herz bleibt dabei zurück.


Unser spirituelles Herz oder das Selbst gilt als Kern- oder Ursprungsgeist, als tiefer Ursprung unseres Seins. Mit intensiver Übung nähern wir uns diesem Licht um Frieden und Erneuerung zu erlangen. Es ist die Verbindung mit der tiefen Natur und einem unendlichen Energiefeld.


Wenn wir fähig werden, mit unserem Herzen in Einklang zu gelangen, entschwinden schlechte, mentale Zustände.


Wir müssen lernen auf die Gefühle unseres inneren Herzens zu hören.

Wir lernen dabei, mit unseren äusseren Neigungen, Trieben und Begierden umzugehen und lernen mit Schwierigkeiten umzugehen durch ein unerschütterliches Vertrauen auf unser Herz.


Unser Verstand und unsere Gefühle werden enthärtet, unser Dasein verspürt eine grosse Zufriedenheit und Ausgeglichenheit sowie Frieden mit sich selbst, es entsteht tiefe Einsicht und Einheit.

 
 

Sogyal Rinpoche

«Meditieren heisst, dem unruhigen Geist Heimat gebe, im eigenen Atem.»


Meister Eckehart, Mystiker, 1260 – 1328

«Geh in deinen inneren Grund! Innwendig, im Innersten der Seele – da ist dein Leben und da allein lebst du!


«So viel Nichts (weltliches) dir anhaftet, so sehr bist du unvollkommen. Wollt ihr vollkommen sein so müsst ihr das Nichts los sein.» Das Nichts verstehe ich als die weltlichen Nichtigkeiten, welche uns stets vom Daheim oder vom Dasein wegbringen.


Wer nur einen Augenblick in diesen Grund gesehen hat, dem sind tausend Pfund Gold nicht mehr wert als ein falscher Heller. Aus diesem Grund heraus sollst du alle deine Werke wirken lassen ohne ein Warum.


Schweigen

Inmitten des Schweigens ward mir zugesprochen ein verborgenes Wort. Wo ist die Stätte, in der dieses Wort gesprochen wird? Es ist in dem Lautersten, in dem eigenen Grunde. Das Mittel dafür ist Schweigen, da hinein kann nie eine Kreatur oder ein Bild. Hier ist allein Ruhe und eine Wohnung für diese Geburt, dieses ist von Natur nur dem göttlichen Wesen ohne irgendein Mittel zugänglich. Von keinem Ding weiss die Kreatur so wenig, wie von sich selbst.

Der Mensch sollte allen Sinnen entweichen und all seine Kräfte nach innen kehren und in ein Vergessen aller Dinge und seiner selbst kommen.


Je mehr du ohne Bild bist, je mehr du empfänglich bist und je mehr du in dich gekehrt bist, umso näher bist du dir selber.


Ein heidnischer Meister sagte: «Ich werde etwas in mir gewahr das glänzet in meiner Vernunft. Ich merke wohl, dass es etwas ist, aber was es sei, das kann ich nicht verstehen, aber es dünkt mich, wenn ich es begreifen könnte, dann kennte ich die Wahrheit.»


Alle Wahrheit, die die Meister je lernten mit ihrer eigenen Vernunft und ihrem Verstand oder bis an den jüngsten Tag, die verstanden nie das Mindeste von diesem Wissen und diesem Verborgenen.

 
 

©2022 ZEN Fredy Steiner

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