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Es geht generell eigentlich darum, das Leben besser reflektieren zu können und zu regeln.

Konfuzius hat gesagt: “Das, was jedem einzelnen Menschen vom Himmel gegeben ist, ist der ursprüngliche Geist.“ Es bedeutet eine unverfälschte Klarsicht, welche mit Worten nicht erreicht werden kann. Dieser Geist gestaltet den Weg entsprechend. Diesen Weg zu üben wird “Lehre“ oder im Buddhismus “Dharma“ genannt.

Es geht darum, die Menschen wieder in einen klärenden Pfad zurückzuführen. Das weltliche Leben der Menschheit ist zum Teil auf Illusionen und Phänomenen aufgebaut, welche sich über unsere Sinne, Emotionen und Begierden ständig verändern. So kommen die Menschen häufig vom ursprünglichen Weg ab. Durch die Angewohnheiten der stetigen Bewertungen, sich messen mit anderen und anderem, entfernt sich die Menschheit immer mehr von dem einen Weg, es entstehen emotionelle Hochs und Tiefs, was das Leben unstetig und unsicher macht und uns teilweise immer wieder entwurzelt.


Es geht um einen Weg, der die Erscheinungen und die eigenen entstandenen Begrenzungen übersteigt und das Leben durchdringt.


Nur weil wir stets fast autonom immer werten und unterscheiden durch unser Ego über Gut und Schlecht, Gewinn und Verlust, kalkulieren und abwägen entstehen unsere Unzulänglichkeiten, wir lernen so nicht mit unseren Situationen ordentlich umzugehen und wir befinden uns meistens nicht in einem harmonischen, ausgeglichenen Zustand, der uns stabilisiert und Zufriedenheit und ein Grundvertrauen gibt.

Im achtfachen Pfad Buddhas bedeutet der Zweite Absatz: Rechtes Denken als Überwindung der Ich-Bezogenheit.

 
 
  • Fredi Steiner

Sogenannte «Meisselschrift vom Glauben an den Geist.» Shinjinmei.

Shinjinmei: Shin ist Glaube, Jin ist Geist, Mei ist Meisselschrift. Meister Sõsan (487 – 593)


Es geht um ein Gespräch zwischen Bodhdharma (28. Patriarch, brachte ZEN nach China) und Eka (Schüler).

Eka bat Bodhidharma: «Mein Geist ist nicht in Frieden. Bitte Meister, befriedet ihn für mich.»

Bodhidharma sagte darauf: «Bring mir deinen Geist her, dann werde ich ihm für dich Frieden geben.»

Eka schwieg eine Zeitlang und sagte dann: «Ich habe nach ihm gesucht, kann ihn aber nicht finden.»

Bodhidharma sagte: «Ich habe ihn für dich befriedet.»


Unser vermeintlicher Geist und das Bewusstsein sind individuell bei jedem Menschen anders ausgerichtet. Wir nehmen so an, dass das wir selbst sind und dass das, was in uns gespeichert ist wahr und wirklich ist.

Wir nehmen unseren Geist als feste Grösse.


Dieser Geist ist nicht einfach eine auf die eigene Person beschränkte geistige Aktivität, sondern das Leben an sich, das alles gebiert und das sich in allem, in jedem von uns manifestiert. Diese ursprüngliche Kraft, die uns leben lässt, sowie das Leben des Universums sind nicht verschieden.


Es genügt jedoch nicht, dies nur intellektuell zu begreifen. Ihr müsst es so durchdringen, dass auch nicht für den kleinsten Zweifel Raum bleibt. Dies ist der Geist-Zustand, der im «Shinjinmei» erklärt wird:


«Der Weg der Worte ist zu Ende-

Keine Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart.»


Es ist ein Geist-Zustand, der jenseits von Worten und Erklärungen ist und zu dem es nur einen Zugang gibt –direktes, unmittelbares eigenes Erkennen.


Lassen wir uns in die Stille gleiten.


Abschluss

Wenn ihr das Wichtigste nicht versteht,

setzen sich die vergeblichen Leiden endlos fort.

 
 
  • Fredi Steiner

Dogen, ein Zen-Patriarch 1200 – 1253, betonte stets, als Basis zu allem sich selbst zu erforschen. Auch in der Wolke des Nichtwissens heisst es, dass durch Selbsterkenntnis die Liebe zu seinem eigenen Wesen wächst. So sind wir immer weniger mit unserem Ego verhaftet, sondern wir können besser in Resonanz mit dem reinen Dasein leben und spüren eine universale und unmittelbare Verbundenheit.


Wer mit der Übung der Hingabe und einem Impuls der Liebe sein Leben gestaltet, wird stets von Grund auf erneuert.


Um so weit zu kommen braucht es einen richtigen Umgang mit aufkommenden Gedanken und eine entsprechende Geduld dazu. Durch Kontinuität wächst das innere Wesen und durch Hingabe verschwinden Anfangsschwierigkeiten, wir erfahren eine Dimension, die nicht mehr aussprechbar ist und nicht beschreibbar ist.


Es wäre allen Menschen möglich über sein eigenes ICH zu gelangen, was das weltliche Leben mit neuem Inhalt erfüllt. Wir lernen dabei die Seele zu kultivieren und den Weg zu einem besseren Dasein freizumachen.


Wir fühlen uns zuerst verloren ohne die weltlichen Dinge, mit denen wir uns identifizieren und welche das vermeintliche Ego bilden.


Wie bei Buddha geht es nicht um unsere Person, sondern um die Essenz einer Lehre oder Einsicht.

Während der Übung soll man die Aufmerksamkeit auf die Gedanken abbauen, um sich auf einen gehaltslosen Zustand zu fokussieren. Durch unsere innere Öffnung überlassen wir uns mit grosser Liebe einer Kenntniserweiterung.


Durch Demut und Hingabe finden wir letztlich zu unserem eigenen Lebensquell und können uns befreien von alltäglichen Unzulänglichkeiten, die unser Leben belasten oder wir können lernen, mit ihnen umzugehen.


Wir lernen so, unsere eigenen Leiden zu durchschauen und Licht erhellt unser Dunkel.


Abschluss:

In das Nichts einzulassen braucht Willensstärke und Überwindungskraft, ein Abheben von weltlichen Dingen die uns nur vermeidlichen Halt geben.

 
 

©2022 ZEN Fredy Steiner

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