- Fredi Steiner

- 28. Apr. 2023
- 1 Min. Lesezeit
Sogenannte «Meisselschrift vom Glauben an den Geist.» Shinjinmei.
Shinjinmei: Shin ist Glaube, Jin ist Geist, Mei ist Meisselschrift. Meister Sõsan (487 – 593)
Es geht um ein Gespräch zwischen Bodhdharma (28. Patriarch, brachte ZEN nach China) und Eka (Schüler).
Eka bat Bodhidharma: «Mein Geist ist nicht in Frieden. Bitte Meister, befriedet ihn für mich.»
Bodhidharma sagte darauf: «Bring mir deinen Geist her, dann werde ich ihm für dich Frieden geben.»
Eka schwieg eine Zeitlang und sagte dann: «Ich habe nach ihm gesucht, kann ihn aber nicht finden.»
Bodhidharma sagte: «Ich habe ihn für dich befriedet.»
Unser vermeintlicher Geist und das Bewusstsein sind individuell bei jedem Menschen anders ausgerichtet. Wir nehmen so an, dass das wir selbst sind und dass das, was in uns gespeichert ist wahr und wirklich ist.
Wir nehmen unseren Geist als feste Grösse.
Dieser Geist ist nicht einfach eine auf die eigene Person beschränkte geistige Aktivität, sondern das Leben an sich, das alles gebiert und das sich in allem, in jedem von uns manifestiert. Diese ursprüngliche Kraft, die uns leben lässt, sowie das Leben des Universums sind nicht verschieden.
Es genügt jedoch nicht, dies nur intellektuell zu begreifen. Ihr müsst es so durchdringen, dass auch nicht für den kleinsten Zweifel Raum bleibt. Dies ist der Geist-Zustand, der im «Shinjinmei» erklärt wird:
«Der Weg der Worte ist zu Ende-
Keine Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart.»
Es ist ein Geist-Zustand, der jenseits von Worten und Erklärungen ist und zu dem es nur einen Zugang gibt –direktes, unmittelbares eigenes Erkennen.
Lassen wir uns in die Stille gleiten.
Abschluss
Wenn ihr das Wichtigste nicht versteht,
setzen sich die vergeblichen Leiden endlos fort.
Kommentare