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Das Dhammapada ist eine Sammlung der Lehrreden Buddhas. Darin geht es inhaltlich in den 423 Versen um das Verstehen und das Mitgefühl.


Am 25. September wurde ich an der Kasse eines Geschäfts nach meinem Gefühl unfreundlich und belehrend bedient. Mein Ego meldete sich sofort, es war gekränkt, als Reaktion kann ich der Firma im Internet eine äusserst schlechte Bewertung mit entsprechendem Kommentar einsetzen. Ist es mir danach wohler, eher nicht. Etwas hat mich wohl davon abgehalten, ich bin dafür froh.


Das Kapitel 17 im Dhammapada bezieht sich auf den Ärger:

Vers 221 Gib den Ärger auf und den Stolz, befreie dich

von allen Fesseln, wenn du nicht mehr an

Geist und Körper haftest, dann gehst du

jenseits des Leidens.


Vers 222 Wenn du den aufgestiegenen Ärger zügeln

kannst, wie der Wagenlenker den rasenden

Wagen anhält, so magst du als ein wahrer

Wagenlenker gelten, indes die anderen nur

Zügelhalter sind.


Vers 223 Mit Sanftheit überwinde den Ärger,

mit Güte überwinde den Hass

mit Grosszügigkeit überwinde die Selbst-

sucht.


Ich weiss nicht, warum ich dann nicht entsprechend dem aufgebrachten Ego reagiert habe, je mehr Zeit dazwischen gekommen ist, je zufriedener bin ich mit mir selbst sowie

gegenüber dem Personal, welches in seiner eigenen unzulänglichen Welt so reagiert hat.

Das eigene Ego kann uns nicht immer wohlbehalten führen, sondern eher zu Unbedachtem verführen.

Verstehen und Mitgefühl können stetig kultiviert werden mit entsprechender Praxis und Liebe.


Vers 372 Ohne Einsicht gibt es keine Vertiefung der

Meditation und ohne Vertiefung der Medi-

tation gibt es keine Einsicht. Pflege Einsicht und

Vertiefung, dann bist du nahe dem Nirwahn.


Wir lernen dabei besser und bewusster mit unseren Neigungen, dem Verlangen und der Unwissenheit umzugehen.



Abschluss

Vers 160 Du selbst bist dein eigener Beschützer, wer

sonst könnte dich wohl beschützen?

Selbstbezähmt erlangst du den Schutz,

der schwer zu erlangen

 
 
  • Fredi Steiner

Ein Mann sagte zu Buddha, er höre ihm schon seit langer Zeit zu und habe dabei viele Mönche und Nonnen kennengelernt. Er habe dabei gesehen, dass sich von den Begleitenden manche zum Guten verändert haben durch freundliches, liebevolles und geduldiges Verhalten, andere aber ohne Veränderung oder einem schlechteren Verhalten, ungeduldig, unangenehm. Warum passiert das?


Buddha fragte ihn nach seiner Heimatstadt.

Der Mann sagte: «Ich komme aus Rãjagaha»

Buddha fragte: «Dann kennst du den Weg gut?»

Er sagte: «So gut, dass ich ihn sogar nachts im Dunkeln gehen kann»

Buddha: «Und wenn dich jemand fragt, wie er von hier nach Rãjagaha kommt, kannst du es im erklären?»

«Ich glaube kaum, dass ein anderer es besser könnte.»

Buddha: «Und wenn dieser dann trotzdem hier in Benares bleibt, weil er sich zu wenig sicher fühlt, ihn zu finden, ist es dann deine Schuld, dass er sich nicht aufmacht nach dem Ort?»

Der Mann sagte: «Nein, ich bin ja nur der Wegweiser, ich erkläre ihm ja nur den Weg.»

Buddha: «Ja, genauso mache ich es auch mit meinen Anweisungen an die Menschen.»


Der innere Weg muss jeder Mensch selbst finden.


Es gibt ein inneres Bedürfnis nach Wachstum, das uns auf unserem Weg weiterbringt und oft Respekt in uns auslöst, weil wir das Unbekannte fürchten und auch die Wehen vermeiden wollen, die gewöhnlich mit der Geburt des Neuen einhergehen. Wir investieren unser Vertrauen oft mehr in äußere vergängliche Sicherheiten als in die Weisheit und Zuverlässigkeit unserer eigenen Lebenskraft.


Der innere Weg ist der Weg in die Tiefe des Seins. In Zeit und Raum bedeutet das Entwicklung und Reifung, bis wir bereit geworden sind, zu springen und uns ins Bodenlose fallen zu lassen. Das ist der zweite Sprung, der uns zurück bringt zum Ursprung, zum grundlosen Grund.

 
 

Normalerweise machen wir eine Wertung, ein Urteil oder eine Wahl/Auswahl aufgrund unseres Egos. Der Inhalt von unserem Leben, dem Alltag, formt unser Ego und entspricht in der Folge unserem Ego, was zu Verzerrungen der Realität führen kann. Es lohnt sich, das Ego mal zu hinterfragen, wo stehe ich im Leben.

Meister Hakuin (1686 – 1769) sagte:

«Während man lebt, soll man auf eine Art tot sein, um sein Leben vollkommen zu durchdringen.»


Liebe und Hass, Anhaften und Ignorieren entstehen aus Prägungen und vorgefassten Meinungen.

Bevor wir Meinungen über etwas bilden oder Urteile fällen, sollten wir lernen Zustände ohne Wertungen anzunehmen, so wie sie sind, das heisst mit reinem Bewusstsein, nicht so wie wir disponiert sind.

Das baut auch stetigen Stress ab.


Mit vorgefasstem Kategorisieren schwächen wir unser ursprüngliches Vermögen, Dinge rein so zu sehen, wie sie sind.

Eine Erklärung mittels eines weltlichen Systems ergibt wohl eine wissenschaftliche Logik, diese jedoch zu überschreiten und alles in seiner Soheit zu erfassen, lernen wir in der Zen–Praxis.


Dieser Geist–Zustand des Nicht–Wählens erscheint klar und ohne Verzerrungen, so nähern wir uns zur Einheitserfahrung.

 
 

©2022 ZEN Fredy Steiner

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