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Bezug auf das Buch «Wolke des Nichtwissens»

Autor nicht bekannt (Cloud Autor) Ende 14. Jh.Nebst einer gut aufgerichteten, entspannten Körperhaltung hilft eine richtige Handhaltung, uns zu sammeln.


Wir halten die Hände vor unserem Körper aufeinandergelegt, die linke Hand auf die rechte Innenhand gelegt, die Daumen berühren sich leicht.

 

Das Dhyana-Mudra ist im Buddhismus die Geste tiefer Versenkung und daher der ideale Wegbegleiter für die Meditation. Es hilft uns, zur inneren Stille zu finden und das Kopfkino auszuschalten.

 

Die Handhaltung hilft dabei, die eigene Mitte zu finden, still zu werden sowie das eigene Potenzial und die innere Stärke zu erkennen. Mit dem Fühlen beider Hände gegenseitig nehmen wir die Gegenwart wahr, der Moment.

 

Jesuit Karl Rahner (1904-1984): «Glücklich schon der, der im Alltag von Zeit zu Zeit immer wieder betet (oder in sich geht, den Moment erfährt). Er wird gewiss wenigstens selbst nicht alltäglich.» Rahner erachtet das als ein Grundakt der menschlichen Existenz.

 

Wenn wir uns in die Stille einlassen und alle weltlichen Einflüsse ruhen, eröffnen sich tiefe Betrachtungen ohne äusseren Einfluss, Erkenntnis entsteht von selbst ohne Anregung in der Tiefe des Geistes.

 

Wenn wir durch ein Ereignis erschüttert werden, reagiert unsere Seele abrupt ohne zu überlegen, so kann auch ein geistlicher Impuls im umgekehrten Sinn bei Achtsamkeit eine tiefe Wirkung (Erleuchtung) auslösen.

Hinter einer tiefen Versenkung findet sich das ganze Sein des Menschen in der Gegenwärtigkeit.

 

In dieser Jahreszeit sieht man viele Kerzen, sie beruhigen uns und spenden uns mit ihrem lebendigen Licht gefühlte Gegenwart.

Lassen wir in uns auch ein Licht entstehen das fortwährend leuchtet und ausstrahlt.

 

„Alle Dunkelheit der Welt kann das Licht einer einzigen Kerze nicht auslöschen.“ (Konfuzius)

 
 
  • Fredi Steiner

In der vedischen und buddhistischen Tradition existiert der Begriff vom Selbst.

 

Die Welt mit all seinen Erscheinungen, Gedanken und Gefühlen ist wie ein Film auf einer Leinwand.

 So spannend und unterhaltsam ein Film sein mag, wer achtet schon auf das, worauf die Bilder erscheinen. Die Leinwand repräsentiert das stets im Hintergrund bestehende Bewusstsein, das unser eigener fester Grund ist. Auf dieser Leinwand sehen wir z.B. Ozeane mit ihren Wogen oder ein Feuer, das wieder verschwindet. Ist die Leinwand vom Wasser nass geworden oder vom Feuer verbrannt?

 Nichts hat die Leinwand berührt, genauso  berühren uns die Dinge, die im Wachzustand, Traumzustand und Tiefschlaf geschehen nicht in unserem innersten Selbst.

 

Das Selbst braucht keine Verwirklichung, es ist in sich vollkommen und stets präsent.

 

Ein Suchender fragt Ramana Maharshi: «Wie kann ich das Selbst erreichen?»

 

Ramana antwortet: «Es gibt kein Erreichen, wäre das Selbst zu erreichen, hiesse das, dass es nicht hier und jetzt ist. Was erlangt wird, kann auch verloren gehen, dadurch bleibt ein Erlangtes unbeständig. Es lohnt sich nicht, nach dem zu streben, was unbeständig ist.

 

 Du bist bereits das Selbst, nur kennen wir unser beseligter Zustand nicht.

 

Alle Bemühungen gelten der Beseitigung des Schleiers oder dem Film, das auf unwissender Erkenntnis beruht.

Diese falsche Erkenntnis bezieht sich auf die Identifizierung des Selbst mit Körper und Geist. Wenn diese weltliche Erkenntnis überwunden werden kann, erscheint das Selbst.»

 

Das Selbst ist immer präsent, es ist weder strahlendes Licht noch Finsternis, es ist nur das, was es ist und kann nicht definiert werden.

 

Im Wissen darum, kann uns das Selbst oder unser eigener Grund in letzter Instanz Stabilität und inneren Halt spenden, es kann uns nicht abhandenkommen.

 
 
  • Fredi Steiner

Was immer uns im Leben begegnet, sei es eher angenehm oder unangenehm, so wird doch die Situation für uns und alle Wesen um uns herum stets offener, leichter und liebevoller werden, wenn es uns gelingt, unser Herz zu öffnen.

 

Metta ist ein Wort aus der Pali-Sprache, des Theravada-Buddhismus und bedeutet kurz zusammengefasst, Liebende Güte zu sich und zu anderen.

Es geht dabei auch darum, die eigene Weltsicht zu überdenken durch wohlwollende Haltung sich und anderen gegenüber. Es geht um allfälliges verfehlendes Verhalten, Verbitterung und Voreingenommenheit.

 

Wir lernen dabei, sich bedingungslos anzunehmen, freundliche und liebende Gefühle sich selbst und anderen entgegenzubringen.

 

Es gibt letztlich jemanden, der immer für dich da sein kann, nämlich du selbst, der dabei lernen kann, mit seiner Unvollkommenheit umzugehen.

 

Gemäss Studien sind Menschen leistungsfähiger, wenn sie freundlich mit sich selbst umgehen können.

 

Es geht darum, eine heilsame, innere Haltung zu kultivieren, zu sich und gegenüber anderen durch Abbauen von Barrieren.

 

Bei dieser Meditation erlauben wir uns, einfach da zu sein und lassen mit jedem Ausatmen etwas vom ganzen Alltagsdruck los, der auf uns lastet und öffnen dabei unser Herz.

 

 Wir entspannen dabei unsere Gesichtsmuskeln durch ein feines Lächeln, was wiederum hilft, das ganze Nervensystem zu entspannen.

 

Wir beginnen bei dieser Meditation mit den Sätzen:

 

Möge ich in meinem Herzen wohnen

in Harmonie mit Körper, Seele und Geist

Möge ich sicher und geborgen sein

Möge ich Heilung und Frieden finden

Möge ich glücklich sein

 

Im Weiteren können wir das Wort «Ich» mit «Du» ersetzen wie «Mögest du in deinem Herzen wohnen» usw.

 

Der erste Schritt ist, sich selbst Liebe schenken als Basis für Liebe zu anderen.

 

Beim zweiten Schritt geht es darum, einer nahestehenden Person seine Liebe zu schenken.

 

Beim dritten Schritt schenken wir unsere Liebe und Güte einer neutralen Person.

 

Beim vierten Schritt wenden wir unsere Liebe und Güte einer schwierigen Person zu.

 

Am Schluss pflegen wir liebende Güte und Verbundenheit zu allen Lebewesen.

 

Alle Menschen sind mit Schwierigkeiten konfrontiert, wir sind mit unserer jeweiligen Situation nicht allein.

 

Es wird uns geduldiger und freundlicher machen und bald werden wir die segensreiche Kraft des offenen Herzens in unserem eigenen Leben dankbar und glücklich erfahren.

 
 

©2022 ZEN Fredy Steiner

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