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  • Fredi Steiner

3.4.24

Wenn unser Geist durch Ärger, Stress, Anhaftung belastet wird, geraten unsere Energien und Gefühle ins Ungleichgewicht.

 

Wir fühlen uns unwohl und verlieren uns in wirre Gedanken und geraten in einen beengenden Zustand.

 

Es ist schon viel und gut, wenn wir erkennen können, dass wir uns in einem unguten oder unruhigen Geisteszustand befinden.

 

Wenn wir uns zurückziehen, uns aufmerksam aufgerichtet mit ruhigen Atem nach innen wenden und dabei nicht mehr auf äussere Reize reagieren, erreichen wir einen Zustand, um uns selbst zu beobachten und wahrzunehmen.

 

Mit ruhigem Körper und Geist distanzieren wir uns von unseren unkontrollierten Verhalten, wir werden so zum Beobachter unserer eigenen Gedanken und verlieren uns selber nicht mehr dabei. Wir sind bei uns angekommen.

 

Wer ist das, der beobachtet? Wir als Beobachtende erhalten die Möglichkeit, die Gedanken zu erkennen und rechtens zu wirken, da wir durch die Übung innerlich frei werden von äusseren Reizen. Mit diesem Achtsamkeitsgrad lässt sich unser Leben besser führen.

 

Durch Kontinuität durch die Übung des Sitzens erweitert sich unser inneres Wesen in eine höhere Dimension und setzt besondere Liebe frei. Wenn wir die Gedanken in einen ruhigen Geist bringen, öffnet uns das für ein höheres Wirken in der Welt. Wir erfahren eine Dimension, die über unsere Sprache hinausgeht und nicht beschrieben werden kann.

 

Jeder Mensch ist in der Lage, mit Willenskraft und richtiger Übung diesen Weg zu gehen, es braucht keine fremden Mittel dazu.

Dieser Weg ist stets da, wo wir uns gerade befinden, der höchste, spirituelle Ort ist in uns selbst, er ist immer anwesend.

 

Finden wir zu innerem Frieden für unsere geistige und körperliche Gesundheit und eine bessere Welt.

 

Wir kommen manchmal verschuldet oder unverschuldet in ungute gesundheitliche oder mentale Zustände, welchen wir nicht ausweichen können.

Wir erleben dabei eine Zäsur mit der wir auskommen müssen. Auch hier hilft uns, uns in eine Beobachterrolle zu setzen indem wir solche Umstände zuerst lernen zu akzeptieren, anzuschauen und bereit sind diese Zäsur anzunehmen. Durch solche mögliche, leidhafte Situationen können wir so lernen, etwas auszuhalten, umzugehen und in unserem eigenen Grund neue Kraft und Energie zu aktivieren.

Mit richtiger Sichtweise kann uns eine Zäsur weiter bringen, auch wenn sie leidvoll ist.

 
 
  • Fredi Steiner

Wir finden in unserem eigenen, stillen Grund stets Halt und Zuversicht, wenn wir auf Unzulänglichkeiten stossen. Durch unsere Praxis des Sitzens können wir uns stets auf unsere geistige Übung stützen, die uns trägt.

 

Im Alltag oder der aktiven Seite unseres Lebens wird uns mit Liebe und Dankbarkeit eine Urzuwendung zuteil, da wir Zugang haben, zu unserem wichtigsten Dasein, dem eigenen inneren Grund, der zugleich in Resonanz mit dem ganzen ES steht.

 

Achtsames Leben können und sollten wir auch im aktiven Leben pflegen, auch im täglichen Erschaffen unseres eigenen Lebensunterhalts.

 

Wenn wir durch unsere Übung zugleich auch über der phänomenalen Welt stehen können, haben wir das Vertrauen, nützliche Dinge zu erschaffen, weil wir so gleichzeitig grössere Widerstandskraft und Geduld aufbringen können, trotz Durststrecken, die wir aufzunehmen und zu ertragen fähig sind.

 

Misstrauen kann viel zerstören, führt zu Zweifel und Stress und verhindert ein achtsames und bewusstes Leben mit Liebe aufgebaut.

Lassen wir durch die Sehnsucht und durch unsere Übung zu, die engen Grenzen des eigenen Ich’s zu überschreiten und durch Überwindung des Ich’s den eigenen, beschränkten Raum zu öffnen und innere Freiheit und inneren Frieden finden.

 

 Finden wir den Glauben nach einem letzten Sinn, der uns verborgen ist, aber der stets da ist.

 

Finden wir eine richtige Haltung und Einstellung, wie wir mit einer Lebenssituation umgehen können – durch

Dankbarkeit.

 

Es liegt an jedem Mensch selbst, sich zu überwinden und daran zu arbeiten.

 
 

Die höchste Wahrheit ist in jedem Wesen unerkannt anwesend wir sind aber normalerweise nicht fähig, diese zu erfassen da wir in abstrakten Vorstellungen leben, als ob es die Wirklichkeit sei. In gut aufgerichteter Sitzhaltung und die Persönlichkeit abgelegt, gelangt man über Täuschung und Erwachen, Fühlen und Denken hinaus, weltliche und heilige Wege werden bedeutungslos.

 

«Mit einem Mal wandert ihr gelassen jenseits aller Grenzen und ihr könnt die grosse Wahrheit empfangen und sie benutzen.»

 

Wie könnten sich jene, die sich im Netz der Worte verfangen mit euch vergleichen.“

 

 

Das Sitzen ist als eine der vier Verhaltensweisen durch gehen, sitzen, stehen, liegen, die friedvollste und glücklichste Situation, alle Buddhas und Patriarchen wählten diesen Weg. Nicht-Buddhisten sehen das Üben und Erfahren als getrennte Teile, die tiefe Erfahrung des Ursprungs jedoch wird unmittelbar in der Übung im Sitzen selbst offenbart.  

 

Die Untrennbarkeit wird von Absichtslosigkeit und dem nötigen Vertrauen in das Nichts unterstützt.

 

Die Wahrheit ist für Dõgen kein Suchen nach etwas Jenseitigem, sondern sie verwirklicht sich IN jedem Augenblick IM Handeln selbst.

 

 Das Handeln ist der Schnittpunkt, wo sich das Subjekt (Ich) und das Objekt (Welt) berühren, die Verwirklichung geschieht in jedem Augenblick im Handeln selbst.

 

Der Begriff von Dõgen: “Fallenlassen von Körper und Geist“ bedeutet, dass wir bei einem ausgeglichenen, vegetativen Nervensystem das normale dualistische Bewusstsein von Körper und Geist überschreiten und das Leben ganzheitlich und unmittelbar erfahren. Wir erfahren das Dasein direkt im Tun.

 

“Selbst wenn dies alles so ist, fallen die Blüten, obwohl wir es bedauern und es wächst das Unkraut, obwohl es uns nicht gefällt.“

Das soll bedeuten, dass die ganze wahre Natur der Wirklichkeit unabhängig von Wünschen, Hoffnungen, Ängsten und Erwartungen der Menschen existiert.

 

Abschluss:

Wenn wir nur strickte nach seinen Anweisungen leben würden, wären wir vielleicht heute nicht so lebensfähig, da wir von vielen Sachen abhängig und gebunden sind.

Aber wenn wir die Lehre nur etwas verstehen und das Sitzen praktizieren, können wir doch etwas davon in die unstetigen und unseligen Strukturen des Alltags integrieren. Unser Leben wird ruhiger, erholsamer, gesünder, mitfühlender, wir sind uns selber stets etwas näher und daher bei sich selbst und fühlen uns im Moment aufgehoben – wir sind unserem eigenen Grund und somit dem universellen Grund näher.

 
 

©2022 ZEN Fredy Steiner

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