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  • Fredi Steiner

Meditation 20.8.2020.


Es geht letztlich nicht um Koans oder Atem zählen, absichtsloses Sitzen usw. Es geht um die Erfahrbarkeit des Lebens an sich, auf die damit zusammenhängenden Sinnfragen, auf die wahren Dimensionen unserer Existenz, der Welt und des Kosmos.

Es geht darum, zu einer anderen Realität oder Ebene des Absoluten oder einer Leerheit der Wesenswelt zu gelangen, wo kein Gehen und Kommen in unterschiedlicher Gegensätzlichkeit existiert.

Es geht darum, Trost und inneren Frieden zu finden, den die Welt nicht gibt, gemäss Joh. 14,27, eben die geheimnisvollste Wirklichkeit des Absoluten (auch Gott, Brahman usw). In einer tiefen Erfahrung merkt man, dass die weltliche Realität und das Absolute nur in einer Wirklichkeit bestehen, dass die phänomenale endliche Welt von Freude, Schmerz und Leid und die unendliche schmerzlose und leidlose Welt nicht getrennt sind in der unmittelbaren Wirklichkeit, jenseits von Denk- und Glaubenswelt.

Der innere Mensch bleibt im Kontakt mit der absoluten, göttlichen Wirklichkeit mitten im Leid stets gesund.

Die eigentliche Krankheit ist die Trennung beider Zustände, resp. der Abwesenheit der absoluten Wirklichkeit.

Kodo Sawaki: „Zazen zu praktizieren bedeutet, immer mehr zu erfahren, dass du nahtlos mit dem ganzen Universum verbunden bist.“

 
 

Meditation 13.8.2020.


In einer inneren, harmonischen Welt, einer nondualen Einheit manifestiert sich alles in einer Vollkommenheit. Alles Positive und Negative fliesst in einem Gesamtbild zusammen, so wie es ist für Schauende. Alle Faktoren, ob gut oder schlecht, bilden letztlich dieses Gesamtbild, jeden Moment neu. Wollten wir die schlechten Teile herausnehmen ergibt sich ein Flickwerk. So sollte unser gegenwärtiges Bewusstsein sein, das nichts ausschliesst und mit allem vereinigt ist.

Sollten wir uns trotzdem von etwas Unbehaglichen abwenden, beginnt ein keiner Schritt in die Unvollkommenheit eines Gesamtbildes. Wir schrumpfen dabei auf ein endliches, begrenztes, kleines ich, dem so alle unsere Leiden entspringen.

Wir sollten besser in einem unvoreingenommenen Status bleiben, ohne innere Spannungen oder sogar Fluchtmechanismen. Durch Unterscheiden von angenehmen und nichtgenehmen Umständen zerschellt stets die stabile Ganzheit in Einzelscherben.

Freiheit im Vedanta heisst frei werden von Gegensätzen. Im Christentum spricht man von "coincidentia oppositorum" oder Zusammenfall der Gegensätze. Bleiben wir stets auf dem Weg auch nach innen!

 
 

©2022 ZEN Fredy Steiner

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