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Wie gehe ich mit aufkommenden Gedanken während der geistlichen Übung um?

Die eigene Verstandeskraft entwickelt Gedanken und Vorstellungen, die aus unserem Inneren aufsteigen. Es ist gut, wenn ein Gedanke durch Gnade und Demut geleitet ist, eben in einem Achtsamkeitszustand, dabei erkennen wir die Wahrheit über uns selbst zu unserem Leben, was uns stets festigt. Ein falsch geleiteter Gedanke kann kleinere oder grössere Unzulänglichkeiten bewirken, er führt zu Stolz, Eitelkeit, Arroganz oder sogar zu Betrug.


Da bei der Übung der Wolke des Nichtwissens nicht auf Gedanken eingegangen wird, können sie sich nicht entfalten und wir existieren dabei in einem reinen und geklärten Raum.


Im Leben gibt es grundsätzlich zwei Lebensformen, die Aktive und die Geistliche, beide Formen sind miteinander verbunden. Die höhere Stufe des aktiven Lebens ist zugleich die niedere Stufe des geistlichen Weges (Pilgern, Hingabe zu etwas usw). Normalerweise kennen wir nichts anderes und wir beginnen in dieser Welt mit dem aktiven Leben und wir verlassen diese Welt damit. Das geistliche Leben bleibt ewig ohne Ende, sagt der Mönch.


Das aktive Leben besteht aus frohen Erlebnissen, aber auch aus Auseinandersetzungen, Sorgen und Mühen. Das geistliche Leben entfaltet sich in der Stille und der Zurückgezogenheit, wo wir Geistesfrieden oder Ausgeglichenheit finden und uns nur auf das Eine und Notwendige ausrichten.


Der höhere Teil des aktiven Lebens besteht aus aufrichtigem Handeln und einer Grund-Liebeshaltung, um zu unserem wahren Selbst aufzusteigen, was dabei erst noch entfaltet wird, um zur Selbstwerdung zu gelangen.

 
 
  • Fredi Steiner

Um selbst innerlich zu wachsen oder sich in eine höhere Dimension zu bringen, müssen wir uns gemäss Dogen selbst erforschen bis in die eigenen tiefen Gründe, wir müssen unsere Person oder das Ego hinter uns lassen und nur ein sanfter innerer Impuls hilft uns weiter. Auf diesem Weg drängen sich immer viele Gedanken auf, die uns an etwas festhalten, egal welcher Natur sie entstehen. Sobald wir uns in diesen Gedanken und Projektionen verlieren, mögen sie noch so reizvoll sein, entfernen wir uns von der Wirklichkeit und von unserem eigenen Wesen.

Zur Bewältigung des Alltags sind bewusste und gut gelenkte Gedanken förderlich für das eigene Leben und das Wesen der Welt. Vielfach verselbstständigen sich die Gedanken und geraten ausser Kontrolle unseres Bewusstseins. Solide Gedanken können uns jedoch dienen als Grundvoraussetzung, um überhaupt auf den spirituellen Weg zu gelangen. Sie helfen dabei kontinuierlich, sich auf die Wolke des Nichtwissens einzulassen und dort die Welt zu durchdringen.

Dieses «Nicht-Tun» in der Wolke unterstützt uns, sich der höchsten Natur zu nähern und in Kontakt zu kommen. Ein persönliches Leitwort hilft uns stets dabei, sich aus Blockaden zu lösen.

In östlichen Traditionen entspricht ein Leitwort einem Mantra. Dieses Wort hilft uns, dass wir uns getragen fühlen und hilft uns, uns vor schlechten Gedanken zu schützen, sowie die Verbundenheit und den inneren Frieden zu bewahren.

 
 
  • Fredi Steiner

In dem Raum oder der Wolke des Nichtwissens wo alles hinter sich gelassen wird besteht nur noch ein Impuls der Liebe, der nicht gedacht werden kann. Die höchste menschliche Dimension lässt sich nicht mit dem Intellekt erfassen. Die Stille kann sich nur manifestieren, wenn jede gedankliche Vorgehensweise aufgegeben wird.


Mit der Vorstufe des Vergessens lassen wir alles weltliche zurück um über die Wolke des Nichtwissens in eine hohe Präsenz und zu unserem eigenen Urgrund zu gelangen. Wenn sich trotzdem Gedanken dazwischen drängen, sollten wir uns immer wieder auf den Liebesimpuls zurückziehen und nicht an aufkeimenden Gedanken festhalten und sich wie im Alltag darin verlieren.


Je mehr wir uns den Gedanken Gehör verschaffen, umso mehr entfalten sie sich und bringen uns vom inneren Weg ab, obwohl Gedanken als Grundvoraussetzung dienen, um sich auf einen spirituellen Weg einzulassen und die Welt zu durchdringen. Diese Hingabe an das «Nicht-Tun» ermöglicht uns, sich der höchsten Natur oder dem Göttlichen zu nähern mit Hilfe eines Begleitwortes als Mantra, das uns trägt.


Dieser Zustand hilft uns zum eigenen, inneren

Frieden zu gelangen und zu bewahren, sowie die

Verbundenheit mit allem zu erhalten.


Ein Leitwort hilft, unsere Präsenz aufzubauen und uns innerlich zu festigen, da wir eben Menschen sein dürfen und uns daran halten können als Impuls.

 
 

©2022 ZEN Fredy Steiner

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