- Fredi Steiner
10.Juni 2021
Einsamkeit kann bedrohend wirken für die meisten Menschen. Ist Stille Einsamkeit?
Einsam sein führt bei richtiger und tiefer Betrachtung zum Eins-Sein und ist damit jenseits der Einsamkeit, man gelangt in ein Ganz-Sein, ganz verbunden sein mit der Welt und dem Kosmos.
Das beklemmende Gefühl durch Einsamkeit weicht bei richtiger Betrachtung einer grossen Offenheit und Liebe, die aus dem Dunkel entsteigt. Der reine, unmittelbare Moment erreicht nur jeder Mensch für sich allein, alles Zusätzliche verhindert diese reine Einsicht zu etwas Höheren.
Menschen leiden durch Einsamkeit, weil sie sich darin verlieren und keinen illusorischen Halt auf weltliche Dinge finden.
Gemäss Laras Fredrik Händler Svendsen, Professor für Philosophie «ist soziale Nähe in ein sogenanntes Individualbewusstsein eingebettet, das nur uns selbst zugänglich ist.»
Wir erleben auf sich selbst zurückgebunden eine anthropologische Konstante, als immer etwas gleichbleibendes in der Natur oder im Wesen des Menschen als unser eigener fester Grund und sind somit dem tiefen Wesen der Welt und der Natur verbunden.
Wenn wir uns die bewusste Einsamkeit vorenthalten, lernen wir nie existentielle Erfahrungen kennen, sogar Erkenntnisse zur Endlichkeit.
Erfahrungen des existentiellen Alleinseins können auftreten, wenn man eine nahestehende Person verliert oder beim Erkennen einer eigenen lebensbedrohlichen Erkrankung.
Wenden wir uns nach innen und lassen die Kraft der Stille wirken, sie reinigt du festigt uns.
Abschluss:
Hermann Hesse, Im Nebel, 2. Teil:
«Wahrlich, keiner ist weise, der nicht das Dunkel kennt,
das unentrinnbar und leise, von allem ihn trennt,
seltsam im Nebel zu wandern, Leben ist einsam sein,
kein Mensch kennt den anderen, jeder ist (letztendlich) allein.
Lernen wir den Weg zu unserem eigenen Grund zu finden mit Übung und finden dabei beständigen Halt.