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Wir beschäftigen uns mit allem Gegenüber und das eigene innere Selbst bleibt häufig verkümmert.


Wieviel Raum bleibt uns selbst für die Selbstfreundlichkeit noch übrig?


Sich mitfühlend auf sich selbst zu beziehen ist schwieriger als sich auf anderes zu beziehen. Wir müssen lernen, uns selbst tiefer wahrzunehmen und anzunehmen, um stabil mit der Aussenwelt zu interagieren.


Gedanken und Worte richten sich stets auf die Alltagswelt, ausserhalb von uns selbst. Unser täglicher Selbstwert ist für uns gewohnheitsmässig auf Leistung und durch Optik abhängig gemäss unseren Sinnen, ein liebevolles Wohlwollen gegenüber sich selbst verkümmert.


Wenn wir das eigene mitfühlende Selbst in uns entdecken, finden wir einen Weg, um uns für die eigenen inneren Verwundungen zu kümmern und zu heilen.


Mit tiefer Achtsamkeit können wir unsere eigenen, hindernden Konditionierungen lösen und regeln. Wir können die verwundeten Stellen in uns heilen, indem wir ein mitfühlendes Selbst entwickeln und kultivieren.


Richtige, freie Atmung stabilisiert die Aufmerksamkeit und fördert die innere Ruhe.

Achtsamkeit erschafft innerlicher Raum und das Selbstmitgefühl erwärmt unseren Raum.


Wir lernen die innere Haltung zu aktivieren in schwierigen Situationen.


Sich selbst mitfühlend zu begegnen kann eine komplett neue Erfahrung sein, welches als “Backdraft“ bezeichnet werden kann, das beim Sich-Öffnen für Selbstmitgefühl auftritt.


Gemäss Chris Germer, klinischer Psychologe, Harwart medical School:

“Durch wohlwollende Zuwendung zu sich selbst wird Transformation- und Heilkraft freigesetzt.

Selbstmitgefühl führt zu innerer Befreiung, Selbstvertrauen, Motivation und Resilienz.“


Abschluss – Johann Wolfgang von Goethe:

“Schau alle Wirkungskraft und Samen

Und du musst nicht mehr in Worte kramen.“

 
 

Auf dem geistlichen Weg gibt es bestimmte Lebensformen um über unser begrenztes, irdisches Leben zu gelangen oder um dem eigenen Leben und Dasein näher zu kommen.


Mit einem ersten Schritt und entsprechender Überwindung richten wir uns auf eine gute, aufrichtige und altruistische Lebenshaltung mit Mitgefühl ein.

In einer weiteren Stufe erreichen wir über geklärte Betrachtungen des menschlichen Daseins Kenntnis über die Lehre, den Tod und eine unendliche Kraft oder Energie.

In einer dritten Stufe lernen wir, uns unserer eigenen Person und Individualität bewusst zu werden und lassen diese ruhen und lernen so unsere eigene Situation wirklich zu durchschauen. Dort sind wir mit dem reinen Moment verbunden, der uns trägt.


Dieser Weg wird durch Gnade und Intuition unterstützt, solche Menschen spüren eine Sehnsucht zu einer höheren Dimension oder Kraft, die wirkt, um den Weg kontinuierlich weiterzugehen.

Dieser Weg ist wohl endlos, aber er gibt uns stets die nötige Kraft und den Halt, um das Leben mit innerer Zufriedenheit geordnet und geregelt zu bewältigen.


Indem wir fähig werden unseren Körper und Geist herunterzufahren, in eine ruhende Einheit, entspricht das auch einer Beobachtung der aktuellen Hirnforschung, nach deren Ansicht in diesem Zustand das vegetative Nervensystem wieder in Ordnung gebracht wird.


Diese stille Welt ist in den Tiefen des Geistes immer vorhanden, wir müssen uns nur dafür öffenen.

«Erwache in diesem Zustand» sagen die Upanischaden, «und du wirst sein, wer du wirklich bist, frei von Konditionierung durch Körper und Geist, in einer Welt, die nicht begrenzt ist von den Einschränkungen durch Zeit, Raum und Kausalität.»

Die Upanishaden sind eine Sammlung von speziellen, vedischen Texten aus dem 5. und 4. Jahrh. v. Chr.

 
 

Einsamkeit oder sogar ein Gefühl von Isolation möchte niemand erfahren. In der Meditation und mit Achtsamkeit können wir lernen, allein zu sein, mit sich selbst.

Sich in die Stille einlassen kann letztlich nur jeder Mensch für sich allein, auch innerhalb einer Gruppe.


Im Leben halten die Leere oder die Stille nur wenige Menschen aus, daher sind wir mit unseren Sinnen stets auf der Suche nach neuen Äusserlichkeiten, welche unsere weltlichen Bedürfnisse immer wieder neu befriedigen können.


Wir sind so unbewusst abhängig von einer gewissen Scheinwelt und fühlen uns einsam, wenn wir uns nicht mit etwas unterhalten oder ablenken können. Sich nur mit sich selbst zu beschäftigen oder sich in die Leere einlassen, kann vielleicht sogar ein Gefühl einer Wertlosigkeit oder Einsamkeit aufkommen lassen.


Fülle, Wärme, innere Stabilität und Kraft sowie innere Ruhe finden wir nicht ausserhalb von uns oder nur kurzfristig, was nach buddhistischem Verständnis eben zu gewissem Leid führt.

Glück erleben in äusserlichen Begebenheiten hat nur eine Halbwertzeit und ist vergänglich. Wir können uns

schon halbwegs glücklich wähnen, wenn wir die Vergänglichkeit verstehen und damit umgehen können, also in der Realität leben können.


Wenn wir beständiges Glück in uns finden können und daran arbeiten, finden wir innere Stabilität. Wir entdecken das innere Potential von Liebe, Licht und Wärme.


Mit Meditation und Achtsamkeit lernen wir sogar, dass jede noch so schmerzhafte Erfahrung ein tiefes Wissen verbirgt.


Wo ich momentan auf dem Weg stehe, bin ich immer wieder neu am Austarieren, alles lebt und ist in Schwingung.

 
 

©2022 ZEN Fredy Steiner

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