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  • Fredi Steiner

Das Apokryphon des Johannes als gnostisches, pseudopigraphes Dialogevangelium besteht unter den Nag-Hammadi Schriften. Dort wird darauf hingewiesen, dass alle eine verborgene Fähigkeit besitzen, die zwischen dem weltlichen Sein und der transzendenten Sphäre eine Verbindung aufbaut.

Dies ist nicht in einer alltäglichen Geistesverfassung möglich, sondern erst, wenn diese untergründige Fähigkeit durch eigenes Bemühen aktiv wird.


Auch in den Texten von Laotse bildet dabei das menschliche Wesen eine zusammenhängende, in sich zurückkehrende Einheit und Spontanität, welche fähig ist, alle Ausschläge unserer Lebensbewegungen zu begrenzen.

Diese gewonnene Lebensbalance wird gemäss dem Tao auch sogar durch Geburt und Tod nicht beeinflusst und ergibt nach Laotse ein mit dem Weltgrund identisches Menschenwesen.

So wird das Individuum kontrolliert, im Nicht-Handeln. Dieses Nicht-Handeln ist keine Untätigkeit, sondern nur ein absolutes Empfänglichkeitsvermögen für das, was sich im metaphysischen Grunde aus im Individuum auswirkt.


Auch im Buddhismus gibt es die Buddha-Natur, als innewohnendes Potential, um das Erwachen zu realisieren. Es gibt auf einer grundlegenden Ebene ursächliche Faktoren, welche in jedem Menschen vorhanden sind.


Mit unserer Übung können wir unsere Inspiration zu unserer Grundnatur erwecken zu einem tiefen Gewahrsein.



Abschluss:

Thomasevangelium Legion 111/3

“Wer sich selbst gefunden hat, dessen ist die Welt nicht wert“

Das würde heissen, dass wir lernen mit den Erscheinungen real und im Geist bewusst umzugehen. Alles ist in einer gewissen Art eben nur Schein.

 
 
  • Fredi Steiner

Dionysius Areopagita versuchte eine mystische Philosophie in den christlichen Glauben zu integrieren durch die Via Negativa als wirksamerer Weg als der affirmative Weg. Dieser mystische Kontemplationsweg wird auch von Meister Eckhard und Nikolaus von Kues verwendet.

Die Gottessuche geht dabei über jedes Konzept hinaus (gem. Dogen: Körper und Geist fallen lassen), die Vereinigung mit Gott, dem Göttlichen oder einer höchsten Natur geschieht ohne Namen, Definitionen, Begriffe oder Äusserungen.


Es ist kein Objekt des Wissens (darum Unwissenheit), es steht über dem Wissen. Der Suchende muss im christlichen Kontext dem Weg der Via Negativa folgen, um sich mit der ultimativen Realität zu verbinden, was über die Überwindung der menschlichen Neigungen und Begehren machbar bleibt.


Zitat: “Die erste Ursache von Allem ist weder Sein noch Leben. Denn Sie ist es ja gewesen, die Sein und Leben erst erschaffen hat. Die erste Ursache ist auch nicht Begriff oder Vernunft, denn sie ist es gewesen, die Begriffe oder Vernunft erschaffen hat.

Die erste Ursache ist auch nicht an einem bestimmten Ort zu finden, weder an einem Ort im Raum noch an einem Ort im Denken.“


Das Göttliche kann man in der Stille des Unwissens erkennen, es bedeutet dabei, seinen Geist einer höheren Natur zu überlassen.


Es ist fast wie ein Vergleich mit der Dunklen Materie, welche das ganze Universum durchdringt. Niemand weiss, woraus diese Materie besteht, welche kein Licht ausstrahlt und auch nicht absorbiert. Trotzdem wirkt diese Dunkle Materie über ihre Schwerkraft in einer Wechselwirkung.


Unerreichbares Erreichen geht über unser alltägliches Menschsein hinaus.


Im Hinduismus bedeutet Brahman zu kennen, zu wissen was jenseits des Wissens ist.


In der buddhistischen Lehre geht das Nirvana über die gewöhnliche, menschliche Existenz hinaus.


Indem wir fähig werden, uns in den absolut reinen Moment einzulassen, kommen wir dem Unbekannten schon näher.

 
 

Wir versuchen stets unser Handeln durchzuplanen mit Einzug von Eventualitäten.

Der Tao-Praktizierende lässt die Spontanität handeln mit Vertrauen auf die richtige Geisteshaltung.


Für Laotse ist die ganze Verstrickung mit der empirischen Aussenwelt durch die Sinne und Begierden etwas Zweifelhaftes, das wahre Erkenntnis verhindert, was dafür einen falschen Schein erwirkt.

Da wo dieser Schein endet, entsteht das verborgene, wahre Sein, das ewig ist, jenseits des flüchtigen Wechsels unserer Eindrücke. Die Harmonie des Seins wird gemäss Tao durch Geburt und Tod nicht beeinflusst, sie bringt ewiges Leben, das über den Tod hinausgeht.


Ein Nicht-Handeln ist im Tao keine Untätigkeit, sondern eine grosse Empfänglichkeit für das, was sich vom metaphysischen Zustand auswirkt.


Text Nr. 1 von 81

“Der Sinn, den man ersinnen kann, ist nicht der ewige Sinn.

Der Name, den man nennen kann, ist nicht der ewige Name.

Jenseits des Nennbaren liegt der Anfang der Welt.

Diesseits des Nennbaren liegt die Geburt der Geschöpfe.

Darum führt das Streben nach Ewig-Jenseitigen zum Schauen der Kräfte,

das Streben nach dem Ewig-Diesseitigen zum Schauen der Räumlichkeit.

Beides hat einen Ursprung und nur verschiedene Namen.

Diese Einheit ist das grosse Geheimnis.

Und des Geheimnisses noch tieferes Geheimnis:

Das ist die Pforte der Offenbarung der Kräfte.“

 
 

©2022 ZEN Fredy Steiner

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