- Fredi Steiner
Das Apokryphon des Johannes als gnostisches, pseudopigraphes Dialogevangelium besteht unter den Nag-Hammadi Schriften. Dort wird darauf hingewiesen, dass alle eine verborgene Fähigkeit besitzen, die zwischen dem weltlichen Sein und der transzendenten Sphäre eine Verbindung aufbaut.
Dies ist nicht in einer alltäglichen Geistesverfassung möglich, sondern erst, wenn diese untergründige Fähigkeit durch eigenes Bemühen aktiv wird.
Auch in den Texten von Laotse bildet dabei das menschliche Wesen eine zusammenhängende, in sich zurückkehrende Einheit und Spontanität, welche fähig ist, alle Ausschläge unserer Lebensbewegungen zu begrenzen.
Diese gewonnene Lebensbalance wird gemäss dem Tao auch sogar durch Geburt und Tod nicht beeinflusst und ergibt nach Laotse ein mit dem Weltgrund identisches Menschenwesen.
So wird das Individuum kontrolliert, im Nicht-Handeln. Dieses Nicht-Handeln ist keine Untätigkeit, sondern nur ein absolutes Empfänglichkeitsvermögen für das, was sich im metaphysischen Grunde aus im Individuum auswirkt.
Auch im Buddhismus gibt es die Buddha-Natur, als innewohnendes Potential, um das Erwachen zu realisieren. Es gibt auf einer grundlegenden Ebene ursächliche Faktoren, welche in jedem Menschen vorhanden sind.
Mit unserer Übung können wir unsere Inspiration zu unserer Grundnatur erwecken zu einem tiefen Gewahrsein.
Abschluss:
Thomasevangelium Legion 111/3
“Wer sich selbst gefunden hat, dessen ist die Welt nicht wert“
Das würde heissen, dass wir lernen mit den Erscheinungen real und im Geist bewusst umzugehen. Alles ist in einer gewissen Art eben nur Schein.