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Auch im Alltag können wir unseren Geist und damit die heilsamen Gehirnwellen besser pflegen, indem wir nebst den latenten Ablenkungen, Vorstellungen, Wertungen usw. versuchen, ruhige Momente zu finden.

Durch Besinnung und tieferer Betrachtung jedes Momentes, nebst den äusserlichen Faktoren, finden wir zu mehr innerer Zufriedenheit und Ausgeglichenheit.

Die Fähigkeit, sich in tieferen Zuständen im Alltag zu bewegen, macht uns und die Mitmenschen glücklicher und zufriedener.


Wir lernen dabei, sich selbst besser zu reflektieren, zu akzeptieren und so sich selbst liebevoll zu betrachten.

Es geht letztlich darum, mit der Gabe des Bewusstseins fähig zu werden, mit den Gedanken im Alltag achtsam umzugehen, anstatt sich von der Aussenwelt in Bann ziehen zu lassen


In jedem Moment haben wir die Wahl, auf was wir unser Bewusstsein ausrichten wollen, lassen wir uns stetig nur in Äusserlichkeiten ein mit wenig Bedeutung, entfremden wir uns von uns selber oder richten wir unser Denken auf eine höhere Bewusstseinsstufe aus. Mit jeder Wahl, die wir treffen formieren wir unser Hirn entsprechend.


Einstein: «Der Mensch ist ein Teil des Universums, in Raum und Zeit begrenzt. Er erfährt sich selbst (jedes lebt in seiner eigenen Welt), seine Gedanken und Gefühle sind getrennt von allem anderen, als eine Art optische Täuschung des Bewusstseins (buddh. Scheinwelt).

Wenn wir uns aus dieser Behaftung lösen können, erweitern wir unser Bewusstsein. Unser höchstes Bewusstsein interagiert mit der Energie des Universums.»

 
 

Schon vor ca. 2400 Jahren wusste Sokrates, dass der erste Schritt zum wahren Wissen die Erkenntnis der eigenen Unwissenheit ist. Es geht darum, sich selbst zu erkennen durch Selbstreflektion.


Die Einsicht «ich weiss, dass ich nichts weiss» ist der Anfang der Erkenntnis der eigenen Unwissenheit. Wo ist die Grenze unseres Wissens?

Gemäss Sokrates ist die Unwissenheit ein Übel für die Seele, da wir selbst nicht in eigener Harmonie und Synchronizität leben. Jeder Atemzug, jeder Herzschlag, sogar jede Zelle in uns existiert und funktioniert nur in jedem Moment neu und einmalig. Wir können nicht vor- oder nachatmen, das Herz kann nicht vor- oder nachschlagen, für dass wir im Moment genug mit Blut- und Sauerstoff versorgt sind.


Sokrates lehrte, dass der Übergang vom Nichtwissen zum Wissen durch Selbsterkenntnis erreicht wird. Fast zur gleichen Zeit lebte auch Buddha in einem anderen Kontinent, die Lehre dieser Erkenntnis ist fast die gleiche. Es geht bei beiden um eine Veränderung der Einstellung zum Leben und zu uns selbst.


Gemäss Meisselschrift von Meister Seng-ds`an:

«Wer das subtile Prinzip nicht kennt, müht sich vergeblich.»

Meister Shido Bu`nan sagte: «Töte, töte dich selbst. Wenn du dich vollkommen getötet hast, dann werde zum Meister von anderen.»


Es geht wohl darum, das uns das Ego und unser Individuum im Wege steht und häufig nicht die wahre Welt uns offenlegt und dass wir uns in einer Scheinwelt bewegen.


Wenn wir unser Ego und Individuum ernsthaft klären, leben wir in einer harmonisierten Welt mit grösserer Zufriedenheit.


Lassen wir uns dafür in die Stille ein und öffnen uns achtsam für die Natur und dem natürlichen Moment.



Abschluss:

Meister Seng-ds`an:

«Weil ihr das Wichtigste nicht versteht, setzen sich die vergeblichen Leiden endlos fort.»

 
 

Die Wahrheit lässt sich nicht mit Übungen erlangen, die sich auf den Verstand und die Einbildung stützen. Dogen: „Jene, die endlos rezitieren, sind wie Frösche, die im Frühling im Reisfeld sitzen und von früh bis spät quaken – letztlich ist dies alles sinnlos. Menschen, die an Ruhm und Gewinn haften, müssen zuerst davon loslassen.»


In gut aufgerichteter Sitzhaltung und die Persönlichkeit abgelegt, gelangt man über Täuschung und Erwachen, Fühlen und Denken hinaus, weltliche und heilige Wege werden bedeutungslos. „Mit einem Male wandert ihr gelassen jenseits aller Grenzen und ihr könnt die grosse Wahrheit empfangen und sie benutzen. Wie könnten sich jene, die sich im Netz der Worte verfangen mit euch vergleichen.“


Gemäss Dogen ist es nicht wichtig, in ein Kloster zu gehen, Übung und Erfahrung bedingt ein starker Wille zur Wahrheit zu gelangen, so ist die Ausübung von weltlichen Pflichten nicht hinderlich da es keine weltlichen Dharmas gibt. Mit Entschlossenheit, Vertrauen und Geduld befinden wir uns schon auf dem Weg zur Wahrheit. Mit dem Zazen werden wir eins mit dem Dharma und gehen über den Körper hinaus.


Im Zustand der Stille, ohne willentliches Tun gibt es nur die direkte Erfahrung, wenn jedoch Fühlen und Denken diese Erfahrung trüben, verwirkt das Prinzip der direkten Erfahrung. Das Üben beschränkt sich nicht nur auf das Sitzen, es durchdringt den Raum und hallt wider, ähnlich wie der wunderbare Klang einer Glocke vor und nach dem Anschlagen klingt.

 
 

©2022 ZEN Fredy Steiner

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