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  • Fredi Steiner

Gemäss einem Koan fragte ein Mönch einmal Meister

Joshu:

«Hat ein Hund die Buddha-Natur oder nicht?»

Meister Joshu antwortete:»Mu»

 

Mu bedeutet «nichts», im Zen bedeutet das Wort «Mu» ein Absolutes, jenseits von Bejahung und Verneinung, ein Zustand einer Erleuchtung, welche jeder Mensch selbst finden muss.

 

Gemäss Dogen bedeutet Buddha-Natur die Ganzheit und Verwirklichung von Körper und Geist als unser Wesen nur im gegenwärtigen Augenblick, gerade dort, wo das Leben unmittelbar stattfindet.

Nur die Existenz, das Tun und Handeln im gegenwärtigen Augenblick sind die Wirklichkeit und die Wahrheit und somit Buddha-Natur.

 

Gemäss Dogen ist ohne die Zazen-Praxis ein ausgeglichener Zustand von Körper und Geist nicht zu verwirklichen.

 

«Ihr müsst wissen, dass die Buddha-Natur die ganze Existenz völlig durchdringt, sie ist dabei jenseits von Sein und Nichtsein. Die ganze Welt zu besitzen (heute mit Internet) ist die falsche Sicht von Nicht-Buddhisten, der ausgeglichene, beständige Geist ist der Weg.

 

Hier und Jetzt zu verstehen ist unabhängig von erfassten Subjekt oder Objekt. Es geht um das Erfassen des reinen Augenblicks, unbewertet, sonst verlassen wir den Augenblick und die Wirklichkeit.

 

 Es ist das Überschreiten der denkmässigen Umstände des gegenwärtigen Augenblicks.

 

Somit ist das Nichts die letzte Möglichkeit, etwas jenseitiges zu bezeichnen.

 

Nur dieses Nichts ist die Wirklichkeit.

 

Hund – Buddha-Natur:

Der gültige  Befehl ist vollkommen aufgezeigt.

Wer zwischen Sein und Nichtsein verbleibt,

verliert Leib und Leben.

 

Erleuchtung transzendiert Bejahung und Verneinung sowie jegliche Realität.

 
 

Aufgrund der Grenzen unseres Lebens (Geburt und Tod) beschäftigen sich offene Menschen mit ihrer Begrenztheit und der Endlichkeit, was zu Fragen zu einer höheren Dimension führt.

 

Viele Menschen fühlen sich verloren, weil wir verlernt haben mit sich und bei sich zu sein.

 

Thomas Zurbuchen war sechs Jahre Wissenschaftsdirektor der NASA (Astrophysiker), er wuchs in Heiligenschwendi auf. In einem Interview sagte er:

«Wenn ich die Natur anschaue (das ganze Universum mit den Naturkonstanten, die uns das Leben überhaupt ermöglichen) dann sehe ich Muster und Regeln darin, die mir wichtiger vorkommen als jedes Einzelne und wir gemeinsam. Ich sage dem nicht Gott, aber ich kann gut verstehen, wie andere das tun. Für mich gibt es diese höhere Ordnung, die dort vorherrscht.»

 

Warum diese Ordnung funktioniert, weiss die Wissenschaft nicht, was ist wohl zuständig dafür?

 

Wenn wir nicht gerade im Tiefschlaf sind (Hirnstromfrequenz auf völlige Entspannung ausgerichtet), herrscht in unserem Geist oder Hirn eher eine Un-Ordnung während dem Alltag, durch latente Eindrücke und Impulse, die wir meinen, nicht zu verpassen oder nicht verarbeiten. So findet unser Leben stets in Abwesenheit von uns selber statt, wir finden keinen Kontakt mit unserem eigenen Grund und unser höheren inneren Ordnung was zu Freude, Leid und Stabilitätsverlust führt.

 

Mit der Übung in der Stille finden wir zu uns selber, können innere Stabilität aufbauen, welche unser Leben lebenswerter macht.

 
 

Das Dharma hat keinerlei Gestalt, hat absolute Beständigkeit im Gegensatz zu den Dharmas (weltliche Gegebenheiten), welche stets unbeständig sind und dadurch Leiden entstehen.

 

Somit lässt sich das Dharma nicht mit Namen und Worten verstehen.

«Yamaraja, als Herr der Unterwelt wird eines Tages nach den verbrauchten Sandalen fragen, die die unwissenden Menschen verbraucht haben auf der jahrelangen Suche mit Wörtern und Namen.»

 

Solange die Suche nach der kosmischen Kenntnis äusserlich geschieht, kommt man nie ans Ziel. Zum wirklichen Verstehen müssen wir über Namen und Worte hinaus gelangen.

 

«Es gibt keine Buddhas, die sich durch bestimmte Bemühungen erfassen lassen. Es gibt kein Tao, das durch bedingtes Bemühen erreicht werden kann. Es gibt kein Dharma, das sich durch Bemühen verwirklichen lässt.»

 

Ich finde, es gibt auch kein Ich und kein Selbst, das ich durch Bemühungen finden kann.

 

Zum mir selber gelange ich durch Stille, durch annehmen eines Moments, welches mir die Möglichkeit gibt, sich nach innen zu wenden. Sobald Gedanken aufkommen entschwindet mein stabiles innere Wesen und das Ego erwacht unmittelbar.

 

 Durch Fixierung und Bindung auf weltliche Phänomene wie Macht, Prestige, Schönheit, Individualität identifiziert sich das Ego automatisch. Das Ego, resp. wir, werden zum Raub der Grundtäuschung als Mittelpunkt der Welt. Dieses Ego, das sich auf einer illusorischen Suche befindet und dabei sich selbst ausweicht, wird letztlich selber vom Objekt beherrscht und getäuscht.

 

Indem wir uns absichtslos und frei in die Stille begeben, finden wir innere Ruhe und Zuversicht aus eigener innerer Kraft.

 
 

©2022 ZEN Fredy Steiner

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