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Wären gewisse Naturkonstanten und kosmische Anfangsbedingungen nur geringfügig anders gewesen, hätte nie Leben entstehen können.


Gemäss Stephen Hawking sind Werte der elektrischen Ladung des Elektrons und das Massenverhältnis von Proton und Elektron so abgestimmt, dass die Entwicklung von Leben überhaupt möglich wurde.


Auch die Schwerkraft bestimmt das Leben im Universum, z.B. dass die Gravitation um den Faktor 1036 schwächer ist als die elektromagnetische Kraft.


Wir und die Wissenschaft können dieses Zusammenspiel oder eben den Zufall dessen nur akzeptieren, es existiert keine Erklärung dazu.

Die Bezeichnung «Zufall» erklärt eben nichts.


In der Stille können wir uns in einen Raum begeben, wo noch eine reine Natur besteht, unverfälscht und rein, wir finden dort einen unerklärlichen Halt. Wäre er erklärlich, wäre er nur ein vergängliches Gebilde.


Unser Alltagsleben verhindert, dass wir Zugang finden zu diesem Grundton. Dieser Zugang bedingt eine unbegrenzte Akzeptanz zu jedem

unverfälschten Augenblick und verlangt eine unendliche Sichtweise, zu der fast niemand bereit ist.


Bemühen wir uns, den Weg zu unserem Grundton stetig zu gehen mit Achtsamkeit und Sorgfalt.

Öffnen wir den Zugang zu uns selber.

 
 

Durch Achtsamkeit reinigen und stabilisieren wir unseren Geist von den Verspannungen latenter Ansichten, Vorstellungen, Gedanken, Emotionen und Erinnerungen, dabei sind wir nicht da sondern irgendwo, abwesend.

Der Weg der Achtsamkeit ist die Leere, wo unser ganzes Gebilde harmonisiert wird. Dort finden wir das wahre Dasein, un-verzerrt und klar. Das wahre Dasein ist un-kreiert und rein, somit überwinden wir unsere eigene konstruierte Kreatur, die nur aufgrund kausaler und kognitiver Empfindungen im Geist existiert.

Eine grosse Herausforderung besteht darin, das Dasein jenseits von einer Übermacht von Erscheinungen selbst im Hier und Jetzt zu erfahren.

Wir müssen nebst unseren Emotionen und darauffolgenden Reaktionen, welche uns das Über- und Weiterleben sichern ein inneres Gleichgewicht ermöglichen, welches uns stets stabilisiert und auffängt.


Das Dasein zu ergründen kann nur jeder Mensch mit seinen eigenen Bemühungen, zur Grundwahrnehmung des Daseins als der Ruhepunkt und die Stille des Selbst.


Wir müssen zum Grundton des Daseins finden. Dieser Ton ist konstant und unkreiert, von allen zugänglich, dies führt zur Linderung und zur innerer Befreiung. Dieser Weg ist keine Religion und keine Wissenschaft, es ist eine Selbsterforschung der Daseinsprozesse über die Sinneseindrücke.

 
 

Ein buddhistischer Patriarch begegnete einem Kind, welches eine aussergewöhnliche Ausstrahlung hatte (es habe den Geist des alten Meisters Daiman übernommen).

«Wer bist du?» fragte der Patriarch, es sagte: «Ich habe kein gewöhnlicher Name». Der Patriarch fragte: «Was ist das für ein Name?». Das Kind sagte: «Buddha-Natur». Der Patriarch sagte: «So bist du das Nichts, die Buddha-Natur».

Der alte Meister Daiman sagte: «Weil die Buddha-Natur leer ist sprechen wir vom Nichts.» Die Buddha-Natur oder das Nichts kann man nicht bezeichnen. Alles was vor dem Nichts ist wie Namen, Bezeichnungen, Wertungen usw. trennen uns von der Buddha-Natur oder der Wirklichkeit. Das Nichts als Namenlos ist die reine Existenz selbst oder die unsagbare Wirklichkeit.

Das Nichts ist die letzte Möglichkeit - oder überhaupt das letzte Mögliche, um etwas Jenseitiges zu bezeichnen. Nur dieses Nichts ist die Wirklichkeit.

Meister Dogen sagt: «Leerheit ist Nicht-Existenz, das heisst, die Leerheit ist die unfassbare Wirklichkeit des Soseins».

Bei Dogen ist die Leerheit keine Abstraktion, sondern die direkte Erfahrung der Wirklichkeit, so wie sie ist, jenseits von denken, fühlen und wahrnehmen.


F. St

Wenn wir die Leerheit begreifen können, lernen wir den unzerstörbaren eigenen Grund kennen und mit ihm das reine Leben. Freude und Unzulänglichkeiten sind nur Gebilde, in jedem einzelnen Individuum, was ja auch sein darf, aber es ist nur ein Schein von Gedanken und Vorstellungen, welche flüchtig sind und uns trotzdem Stress verursachen, weil wir sie als wahr empfinden.


Alles ist im Grund nur Sosein, so wie das Universum letztlich auch nur im Sosein existiert und reagiert.

 
 

©2022 ZEN Fredy Steiner

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