- Fredi Steiner

- 5. Dez. 2025
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Beim Zazen sind Denken und Tun eins, als natürlicher Zustand von Körper und Geist und dabei die reinste Form jenseits des Ich-bezogenen Denken und Fühlen.
Denken und Tun zugleich ist nur in höchster Präsenz und unmittelbar möglich, als ganz sein im Moment. Die Praxis des Zazen ist eine Form der Erkenntnis, die mit gewöhnlichen Denken und Verstand nicht erfasst werden kann.
Das vegetative Nervensystem (Sympatikus und Parasympatikus) steuert die autonomen Nervensysteme, die nicht von unserem Willen abhängig sind. Es steht in enger Wechselwirkung mit der Verfassung von Körper und Geist beim Zazen. Dabei wird das Gleichgewicht aller physischen, psychischen und geistigen Funktionen erreicht. Diese Verfassung wird «shinjin datsuraku» (Körper und Geist abwerfen) genannt, als Befreiung vom gewöhnlichen Bewusstsein von Körper und Geist. Wir erlangen einen Zustand, der im normalen Leben nicht erreicht werden kann. Wir können im Zazen das Leben in reinster Form erfahren.
In diesem absichtslosen Sitzen ohne Gewinn liegt der wesentliche Ursprung und das Zentrum der buddhistischen Lehre.
Es geht um einen Schnittpunkt, wo sich das ICH als Subjekt und die Welt als Objekt unmittelbar berühren und Eins werden, ein Praktizieren der Wirklichkeit in jedem Augenblick im Handeln selbst.
Diese existierende «Soheit» entspricht im Buddhismus der Form einer wahren, fundamentaler Wirklichkeit, unabhängig von Wünschen, Hoffnungen, Ängsten und Erwartungen gestresster Menschen.
Der normale Mensch sieht die Wirklichkeit stets nur verzerrt, durch die Raster seines eigenen Denkens, der Sinnesorgane und dem Ego.
Der alte Meister von Dõgen bemerkte: „Die Praxis von Zazen ist das Abwerfen von Körper und Geist. Sie brauchen kein Räucherwerk anzuzünden, keine Ehrerbietung zu erweisen, nicht Buddha-Namen zu rezitieren, keine Busse zu tun oder Sutras lesen. Es ist einfach nur das konzentrierte und achtsame Sitzen.“
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