- Fredi Steiner

- 29. Jan. 2023
- 2 Min. Lesezeit
Wirkliches Handeln ist eine andere Dimension als das begriffliche Denken und Wahrnehmen. Wirkliches Handeln wird augenblicklich vollzogen. Im wirklichen Handeln sind Körper und Geist, Subjekt und Objekt mit dem Augenblick eine Einheit. Wirkliches Handeln geschieht immer im gegenwärtigen Augenblick, dieser nie wiederkehrende Augenblick ist zeitlos und hat das Wesen der Ewigkeit.
Leider haben die Menschen nicht die Bereitschaft und damit nicht die Möglichkeit, um unmittelbar zu handeln. Darum entwickelte Buddha die Praxis des Zazen, um sich mit der kosmischen Dimension in Einklang zu bringen. Zazen ist die reinste Form einer Handlung. Im Gleichgewicht aller physischen, psychischen und geistigen Funktionen werden wir fähig, im Leben in jedem Augenblick direkt das zu tun, was zu tun ist und das zu vermeiden, was wir nicht tun sollen.
Im Zustand der Einheit des Seins, jenseits aller dualistischen Trennung erwacht die intuitive Weisheit, die im Sanskrit “Prajñã“ heisst, als im Sinne von Weisheit, die alle Dinge des Universums durchdringt, das alle Menschen von Natur aus besitzen würden.
Es geht darum, das Leben in seiner ganzen Fülle, ob leidvoll oder glücklich zu erkennen, wie es eben ist. Es geht darum, seine eigene Lebensaufgabe, welche teilweise
weit über seine eigenen physischen und geistigen Fähigkeiten geht, bewusst zu bewältigen.
Es gilt, eine Brücke zu überschreiten, um zur wahren Natur der Wirklichkeit vorzudringen. Der Mensch sucht seine eigene, individuelle Wirklichkeit nur gefiltert und verzerrt durch die Raster seines eigenen Bewusstseins über die Sinnesorgane.
Der Ausspruch von Dõgen: “Fallenlassen von Körper und Geist “ bedeutet, dass wir das dualistische Bewusstsein überschreiten und unser Leben ganzheitlich und unmittelbar erfahren. Dieses Handeln, im reinen Zustand des reinen Seins, ist konkretes Handeln. Dieses Erfahren im Tun bedeutet, dass wir beim Zazen das wirkliche Leben erfahren.
Abschluss:
Man soll sich nicht entmutigen lassen, wenn man Texte nicht gleich versteht. Auch Meister haben angeblich zum Teil mehrere Jahre gebraucht, um diese Texte zu erfassen.
Wenn wir im Zazen mit aufrechter Wirbelsäule mit freier Atmung sitzen, hilft das uns, das vegetative Nervensystem auszugleichen. In dem natürlichen Gleichgewicht in unserer Mitte verlieren Gedanken und Wahrnehmung an Kraft und wir finden so zu unserer reinen Mitte, zum Erwachen, zur Wirklichkeit ohne Verzerrungen.
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