- Fredi Steiner

- 12. Aug. 2022
- 1 Min. Lesezeit
Kaiser Wu in China hat Bodhidharma eingeladen und sagte zu ihm: “Ich habe unzählige Klöster herrichten lassen, liess Sutren kopieren und Priester ausbilden. Welche Verdienste habe ich damit erhalten?“
Bodhidharma: “Nicht das geringste Verdienst.“
Kaiser: “Weshalb sind keine Verdienste gewonnen?“
Bodhidharma: “All dies sind nur die unbedeutenden Resultate der Menschen und Götter, die das Überflüssige erzeugen. Sie sind wie Schatten, die den Erscheinungen folgen, obwohl sie existieren, sind sie nicht wirklich.
Kaiser: “Was ist wahrer Verdienst?“
Meister: “Die reine Weisheit, die wunderbar und vollkommen ist. Eben ein Körper, der aus sich heraus leer und still ist. Ein solcher Verdienst ist jenseits dieser Welt.“
Kaiser: “Welche ist die höchste aller heiligen Wahrheiten?“
Meister: “Sie ist strahlend und nicht heilig.“
Kaiser: “Wer ist der Mensch, der vor mir steht?“
Meister: “Ich weiss es nicht.“
Der Kaiser konnte nicht verstehen und der Meister wusste, dass die Zeit noch nicht reif war. Bodhidharma verliess den Ort heimlich und zog nach Norden.
F.S. Unsere eigene Welt und das Ich bestehen aus bruchstückhaften Phänomenen, welche wir über unsere Sinne aufnehmen, verarbeiten und sich so alle die eigene Welt zusammenstellen und erhalten oder abweisen wollen, je nach Empfindung.
Indem wir beim Sitzen versuchen, unsere Gedankengänge zumindest zu kontrollieren und innere Ruhe entstehen lassen, finden wir eine neue Welt der Klärung ohne Zerstreuung und Impulsen, welche uns stetige, innere Stabilität bietet.
Trotz der inneren Ruhe existieren wir, aber sind bei uns selbst und nicht von uns selbst abwesend.
«Das Selbst ist kein Sein und auch kein Nichts, sondern endloser Wandel.»
Kommentare