- Fredi Steiner

- 1. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Text aus dem Buch von Gerhard Roth, 1942 - 2023, Philosoph, Biologe und Hirnforscher: Wie das Gehirn die Seele macht (2016).
Als Wissenschaftler hat er den Mut, sich mit Geist und Seele zu beschäftigen, dafür hat er auch Kritiker.
Geist und Bewusstsein sind emergente physikalische Eigenschaften. Ein Bewusstseinszustand ist mehr als die Summe der aktiven Gehirnfunktionen und -anlagen ergeben.
Es besteht eine Erklärungslücke von Aktivitätsmustern (Gehirnströme und Wellen) auf Zustände des subjektiven Erlebens. Es ist ein Gebiet für Neurophylosophen.
Starke emergente (Resultat ist grösser als alle Einzelsummen) Systemeigenschaften lassen sich auch bei höchster Kenntnis nicht voraussagen. In biologischen Systemen entsteht eine Lebenskraft über die Ontogenese (Entwicklung eines Lebewesens oder Organismus), die naturwissenschaftlich nicht erklärbar ist.
Es bleibt ein Rätsel, wie ein immaterieller (unstofflich) Geist aus dem materiellen Gehirn entsteht.
Die Wissenschaft kann sich betreffend der Materie nur auf das beschränken, das eine Masse (Form, Gewicht, messbar) hat. Bewusstsein lässt sich demnach auch als masselos bewerten, aber es ist in Wechselwirkung mit physikalischen Zuständen im Gehirn.
Was man als geistig, psychisch, seelisch empfindet, lässt sich nicht mit der realen (messbaren) Natur des Geistes verwechseln und bleibt für die Forschung verschlossen. Gedanken, Vorstellungen und Erinnerungen wirken immateriell, da sie weder zur Umwelt noch zum Körper gehören. Dies sind Zustände im Gehirn, die unzugänglich bleiben.
Geist und Bewusstsein entsprechen einem System ohne Ruhemasse, aus mentalen Feldern aufgebaut, die sich raumzeitlich organisieren und virtuelle Gesamtwelt erschaffen.
Es bestehen Spekulationen, dass über den «Panpsychismus» (alles hat Bewusstsein und Geist) geistige wie protopsychische Eigenschaften (nicht mentale Materie wie Elementarteilchen bereits Vorstufen von Bewusstsein oder geistige Eigenschaften) von Atomen und Molekülen wirken können.
F.S. Mit der Meditation kann die Wissenschaft die elektrischen Impulse (Gehirnwellen) messen und aktive Gehirnregionen aufweisen, ein tiefes Verständnis und eine tiefe Erfahrung bleibt jedoch unbekannt und eröffnet zugleich neue Räume in uns, die eine positive Wirkung zeigen.
Vielleicht können wir in der Stille mit Immaterialität in Einklang kommen und finden wir es heraus.
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